Berliner Museumsinsel Millionenschaden bei Pergamon-Sanierung
Dauerbaustelle Pergamonmuseum: Vollständige Wiedereröffnung frühestens 2037
Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE Foto Services / IMAGODie Stiftung Preußischer Kulturbesitz bleibt womöglich bei der Sanierung des Pergamonmuseums auf einem Millionenschaden sitzen. Vor dem Berliner Landgericht forderte sie von einer gekündigten Baufirma mehr als eine Million Euro, weil ihr durch deren angeblich mangelhafte Arbeit Mehrkosten entstanden seien. Das Gericht wies das jedoch zurück: Mögliche Ansprüche seien inzwischen verjährt. Das teilte eine Gerichtssprecherin auf SPIEGEL-Nachfrage mit.
Außerdem muss die Stiftung der Baufirma mehr als 226.000 Euro Werklohn plus Zinsen nachzahlen, entschied das Gericht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
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Die Stiftung hatte die Firma zwischen 2016 und 2017 mehrfach beauftragt, unter anderem, um Starkstrom zu verlegen. 2020 kündigte die Stiftung dem Unternehmen und zahlte dessen Rechnungen nicht vollständig. Es hatte laut der Stiftung Dübel ohne Zulassung verbaut. Die Baufirma klagte. Im Gegenzug erhob die Stiftung den Anspruch auf Erstattung des Millionenschadens.
Frühere Spezialtiefbauer fordern fast zehn Millionen Euro
Am Berliner Landgericht läuft noch eine weitere Klage: Die Stiftung streitet sich seit Jahren gerichtlich mit ehemaligen Spezialtiefbauern, die für das Ausheben der Baugrube zuständig gewesen waren. Die Stiftung hatte ihnen gekündigt. Die Spezialtiefbauer fordern fast zehn Millionen Euro an nicht gezahltem Werklohn. Im Gegenzug fordert die Stiftung auch hier von den Unternehmern Schadensersatz wegen Mehrkosten von fast 15 Millionen Euro.
Das Pergamonmuseum wird seit 2013 saniert und war jahrelang teilweise geschlossen – seit einem Jahr ist es ganz zu. Vollständig öffnen soll es frühestens erst wieder 2037. Womöglich dauert es jedoch bis 2043. Eine SPIEGEL-Recherche hatte im August das jahrelange Missmanagement bei der Sanierung des wohl wichtigsten deutschen Museums offen gelegt. Verantwortlich ist neben der Stiftung das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR), es führt die Sanierung durch.
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Im Jahr 2000 hatten die Verantwortlichen versprochen, die Sanierung werde fünf Jahre dauern und 500 Millionen Mark kosten. Die jüngste Kostenschätzung liegt inzwischen bei 1,5 Milliarden Euro. Das Budget für den ersten Bauabschnitt des Museums ist jedoch erneut fast erschöpft, im September vergangenen Jahres teilten die Verantwortlichen intern mit: »Das Risiko für einen weiteren Nachtrag ist hoch«.
Zu den Sanierungskosten kommen außerdem noch mindestens 121 Millionen Euro, unter anderem für die Restaurierung von Kunstwerken und die Ausstellungsgestaltung. Auch hier rechnen die Verantwortlichen noch mit steigenden Kosten.