Peter Benchley - DER SPIEGEL
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Klüger werden mit: Peter Benchley

Der 63-jährige Autor ("Der weiße Hai") über seine Liebe zum Raubfisch
• aus DER SPIEGEL 28/2003
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL: In Ihrem Buch »Haie« berichten Sie über den neuesten Stand Ihrer Haiforschung. Ist das Buch Ihre Wiedergutmachung an der Spezies?

Benchley: Sicher, denn ich war es, der mit dem Bestseller »Der weiße Hai« vor fast 30 Jahren das Bild vom Monster-Hai geschaffen hat. Damals wusste man nur wenig über diese Tiere, mir blieb nichts anderes übrig, als meiner Phantasie freien Lauf zu lassen. Ein schlechtes Gewissen hatte ich trotzdem nie, ich glaube sogar, dass Haie von dem Erfolg meines Buches und von Steven Spielbergs Film profitiert haben.

SPIEGEL: Wie das?

Benchley: Plötzlich waren Haie »in«, und damit wuchs auch das Interesse der Wissenschaftler. Mit der Zeit stellte man fest, dass Haie nicht Täter, sondern Opfer sind. Auf einen von einem Hai getöteten Menschen kommen Millionen toter Haie, umgebracht von Menschen.

SPIEGEL: Wie wird man vom Vater der Hai-Paranoia zu einem anerkannten Hai-Experten?

Benchley: Nach dem Erfolg von »Der weiße Hai« war ich plötzlich berühmt und sollte fürs Fernsehen, in einem Käfig geschützt, mit weißen Haien tauchen. Abzusagen traute ich mich nicht. Danach war ich so gefesselt von der Macht dieser Tiere, dass ich beschloss, ihr Verhalten ernsthaft zu erforschen.

SPIEGEL: Was ist das dümmste Vorurteil gegen Haie?

Benchley: Dass sie uns gezielt angreifen. Wir sind es nämlich, die sie provozieren und ihr Territorium nicht respektieren. Wir stürzen uns ins Meer, ohne zu wissen, auf welche Zeichen wir achten müssen. Im Dschungel geht doch auch niemand mit Badehose bekleidet und einer Dose Insektenspray bewaffnet spazieren.

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