Peter Bieri, 79 – Nachruf - DER SPIEGEL
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Gestorben Peter Bieri, 79

• aus DER SPIEGEL 28/2023
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Isolde Ohlbaum / laif

Ein anerkannter Geisteswissenschaftler, der in seinem Fach das ganz Schwere, in der Literatur aber auch mal das etwas Leichtere suchte – das musste das deutschsprachige Feuilleton ja irritieren. Und so waren die Reaktionen der Kritik auf die Romane des Schweizer Philosophen Peter Bieri zum Teil eher ungnädig. Von »umständlicher Biederkeit« war die Rede, von »Banalitäten« und »Gesinnungskitsch«. Verkauft wurden sie dennoch millionenfach. »Nachtzug nach Lissabon« gilt als einer der erfolgreichsten Titel, den Bieris Verlag Hanser jemals veröffentlicht hat, er wurde in mehr als 40 Sprachen übersetzt und verfilmt, mit Jeremy Irons in der Hauptrolle. Veröffentlicht hat Bieri seine Romane unter dem Pseudonym Pascal Mercier, damit spielte er unter anderem auf den französischen Denker Blaise Pascal an. Bieri war promovierter Philosoph, seine erste Buch­veröffentlichung war 1972 seine Doktorarbeit »Zeit und Zeiterfahrung«, die bei Suhrkamp erschien. Geboren wurde Bieri 1944 in Bern, sein Studium schloss er in Heidelberg ab, wo er dann Anfang der Achtzigerjahre den Lehrstuhl für Philosophie übernahm. Von 1993 bis 2007 lehrte er an der FU Berlin. Einen letzten Bestseller hatte Bieri unter dem Namen Pascal Mercier im Jahr 2020: Da ver­öffentlichte er »Das Gewicht der Worte«, eine Feier der Freundschaft, angesiedelt an klassisch mitteleuropäischen Schauplätzen, für einen deutsch­sprachigen Roman unge­wöhnlich elegant. Peter Bieri starb am 27. Juni in Berlin.

sha
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