Pfaffenhofen an der Ilm: Wie ein halbes Brot eine Bäckerei aus Bayern 15.000 Euro kostete - DER SPIEGEL
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Zehn Gramm zu wenig Warum ein halbes Brot eine Bäckerei aus Bayern 15.000 Euro kostete

In Pfaffenhofen an der Ilm fühlte sich ein Kunde um zehn Gramm Brot betrogen – und schaltete daraufhin die Behörden ein. Für den Bäckermeister hatte die kleine Ungenauigkeit teure Folgen.
Ganzes Brot in einer Bäckerei (Symbolbild)
Ganzes Brot in einer Bäckerei (Symbolbild)

Ganzes Brot in einer Bäckerei (Symbolbild)

Foto: Franci Leoncio / Westend61 / picture alliance

Die Deutschen gelten im Ausland als kleinlich und pedantisch. Wie genau es manche Menschen hierzulande nehmen, zeigt ein Fall aus Bayern. Der Kunde einer Bäckerei soll dort Behörden eingeschaltet haben, weil er sich um zehn Gramm Brot betrogen fühlte. Das berichten unter anderem »Bild «-Zeitung und RTL .

Der Hintergrund: In der Bäckerei Breitner in Pfaffenhofen an der Ilm schneiden die Mitarbeiter einen ganzen Laib in der Mitte durch, wenn ein Kunde ein halbes Brot bestellt. Jahrzehntelang ging das gut. Dann wog ein Kunde zu Hause nach.

»Seine Hälfte war angeblich zehn Gramm zu leicht«, sagt Matthias Breitner, Bäckermeister und Konditor, der »Bild« . Der Kunde fühlte sich offenbar ungerecht behandelt.

Zunächst erreichte Breitner eine anonyme E-Mail. Die Antwort fiel dem Bericht zufolge nüchtern aus: »Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man. Beim nächsten Mal sind es bestimmt zehn Gramm mehr.«

Fertigpackungsverordnung als Grundlage

Die Nachricht des Bäckers stellte den Kunden offensichtlich nicht zufrieden. Kurz darauf schaltete dieser laut »Bild« die Behörden ein. Das Eichamt untersagte es Breitner, halbe Brote weiterhin auf die übliche Art und Weise zu verkaufen.

Stattdessen soll nun die Hälfte gewogen werden, wenn ein ganzes Brot zum Kilopreis angeboten und erst auf Wunsch des Kunden geteilt wird. Der Preis wird nach dem tatsächlichen Gewicht berechnet.

Grundlage ist die seit 2020 geltende Fertigpackungsverordnung (FPackV). Sie unterscheidet zwischen einem Brot, das bereits vor dem Verkauf geteilt und ausgezeichnet wurde, und einem Laib, der erst an der Ladentheke durchschnitten wird. Im ersten Fall muss der Bäcker nicht nachwiegen, im zweiten schon.

Breitner hätte die Laibe also vorab teilen und die Hälften einzeln verkaufen können. Das wollte er nicht. »Dutzende halbe Brote, die dann über den Tag antrocknen, will ich mir nicht ins Regal legen«, sagte er der »Bild «.

Stattdessen schaffte der Bäcker neue Waagen für seine Filialen an. Die Umstellung kostete ihn nach eigenen Angaben 15.000 Euro, schreibt das Blatt.

Der »Bild« zufolge fragen Kunden inzwischen, ob sie ein halbes Brot auch kaufen dürften, wenn sie schriftlich auf das Wiegen verzichten. Andere Bäcker in Pfaffenhofen verkaufen nach Breitners Angaben nur noch ganze Brote, um Ärger mit dem Eichamt zu vermeiden.

bam

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