London Unbekannter verziert Straßenschilder mit Goldrahmen
Hier nicht parken! Fahrradfahrer absteigen! Und: Schön die Hundekacke in ein Beutelchen sammeln. Städte sind weltweit voller Hinweisschilder, die britische Metropole London ist da keine Ausnahme.
Doch im Südwesten der Hauptstadt bekommen die alltäglichen Ermahnungen durch einen anonymen Straßenkünstler derzeit besonders viel Aufmerksamkeit. Ein Unbekannter verziert Straßen-, Park- und Hinweisschilder mit goldenen Bilderrahmen und verbreitet seine Werke über den Twitter-Kanal Phantom Framer .
Auch wenn die Werke recht dezent sind, einige Leute in der Stadtverwaltung sind gegen die Verschönerung.
Zwar seien die Rahmungen "hübsch" anzusehen, zitiert die BBC einen Mitarbeiter der Behörden. Doch sie müssten weichen, weil der goldene Zierrat nicht mit der "coporate policy der Straßenschilder und Logos" vereinbar sei, so die humorlose Antwort der Verwaltung.
Banksy? Oder ein "Mittelklasse-Vandale"?
Dass die Rahmen immer wieder verschwinden, ärgert den Künstler. In einer Petition bittet er unter dem Alias John Framer um Unterstützung. Ansonsten retweetet er eifrig jedes Foto, auf dem eine seiner bislang rund ein Dutzend öffentlicher Rahmungen zu sehen ist.
Wo die Rahmen hängen, zeigt inzwischen eine Google-Karte . Seit der Framer Anfang April loslegte, haben mehrere britische Medien über ihn berichtet. Worum es dem Anonymus geht? Er wolle "sein Viertel Teddington verschönern". Und er hoffe, dass die gerahmten Schildchen "den Alltag der Leute ein wenig erhellen".
Kritik am öffentlichen Schilderwahn übt der Framer nicht. Schilder mit Straßennamen verziert er einfach so. Bei Verboten trägt er deren Botschaft auf Twitter weiter: Parken ohne Parkschein könne teuer werden und Hundehaufen müssen in die Tüte. Und so trifft es die Beschreibung ganz gut, die der Twitter-Kanal "British Problems" für den lokal agierenden Rahmenbastler in Banksy-Tradition hat: Er sei ein "Mittelklasse-Vandale", der eben Schilder verziere. Mehr auch nicht.