Philippa Perry: Einsamer denn je - DER SPIEGEL
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Philippa Perry Einsamer denn je

• aus DER SPIEGEL 46/2023
Foto: Tom Dymond / Channel 4 / Shutterstock

Die britische Psychotherapeutin und Bestsellerautorin Philippa Perry, 66, besonders erfolgreich mit ihrem Erziehungsratgeber »Das Buch, von dem du dir wünschst, deine Eltern hätten es gelesen«, warnt vor den Auswirkungen sozialer Medien auf die seelische Gesundheit. Gewisse Anwendungen seien so programmiert, dass sie sich das archaische Bedürfnis des Menschen nach anderen Menschen zunutze machten. Auf diese Weise veranlasse das Smartphone gewissermaßen im Sekundentakt die Ausschüttung von Glückshormonen: »Oh! 100 Likes für mein Insta­gram-Bild von einer Blume!« Dieser Effekt sei flüchtig und oberflächlich, »aber stark«.

Und: »Die Oberflächlichkeit führt dazu, dass sich die Leute leer fühlen«, sagte Perry dem SPIEGEL. Die Folgen seien fatal: »Menschen haben die Illusion einer Verbindung, sind aber einsamer als jemals zuvor.« Sie beobachte dieses Phänomen an sich selbst, es sei auch in ihr aktuelles Buch eingeflossen, einen Beziehungsratgeber (»Das Buch, von dem du dir wünschst, deine Liebsten würden es lesen«). Hinzu komme ein gestörtes Verhältnis zum eigenen Körper: »Dieses Tattoo! Größere Brüste! Kleinere Brüste!« Es gebe die Idee, der menschliche Körper sei ein Vehikel, das man benutzen könne. Doch die sei falsch, findet die Psychologin: »Wir sind unser Körper.« Sorgen bereiteten ihr »etwa junge Mädchen, die Pubertätsblocker einnehmen. Ich bezweifle die Vorstellung, dass ich psychologische Probleme lösen kann, indem ich physische Veränderungen an meinem Körper vornehme«.

Der politische Aspekt, die Genderdebatten, interessieren sie nicht. Doch Transphobie aber mag sich Perry nicht unterstellen lassen. Seit 1992 ist sie mit Sir Grayson Perry verheiratet. Als prakti­zierender Crossdresser tritt der Künstler in der Öffentlichkeit regelmäßig als »Claire« in Frauenkleidern auf.

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