Philippinen Blutiger Anschlag auf Kaufhaus
Manila - Die weiteren Sprengsätze detonierten vor einer Radiostation und einer Bushaltestelle. Dabei wurde jedoch niemand verletzt. Die Polizei erklärte, sie habe einen anonymen Anruf erhalten, wonach 18 Bomben in der Stadt verteilt worden seien.
Stadtrat Eduardo Leyson erklärte, die Bombe sei etwa zehn Meter vor dem Kaufhaus Gensan Fitmart explodiert. Der Sprengkörper sei in einem Dreirad-Taxi vor dem Kaufhaus im Stadtzentrum versteckt gewesen. Die Detonation zerstörte die Fensterscheiben des Gebäudes, Blutlachen waren auf dem Parkplatz zu sehen. Verletzte wurden in Krankenhäuser gebracht. Bei den meisten Toten handelte es sich offenbar um Taxifahrer, Kunden und Passanten. Die zweite Bombe explodierte etwa eine halbe Stunde später vor einem Büro des Senders Radio Mindanao Network, die dritte folgte kurze Zeit später. Nach Polizeiangaben wurden zwei nicht explodierte Bomben unter einem Lastwagen vor dem Kaufhaus entdeckt und kontrolliert zur Explosion gebracht.
Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. In der Vergangenheit hatten die Behörden die extremistischen muslimischen Gruppen Abu Sayyaf oder Islamistische Befreiungsfront Moro verantwortlich gemacht. General Santos ist hauptsächlich von Christen bewohnt. Die Stadt ist etwa 220 Kilometer von der Insel Basilan entfernt, wo zurzeit etwa 160 amerikanische Elitesoldaten die philippinischen Truppen für den Kampf gegen den Terrorismus schulen.
Die Behörden vermuten hinter den Anschlägen unter anderem die
bislang kaum in Erscheinung getretene Guerillagruppe Bundesarmee der
Eingeborenen Völker (IPFA). Die Gruppe fordert die Dreiteilung des
Landes in Gebiete für Urvölker, Moslems sowie Christen und hatte sich
im vergangenen Monat zu mehreren Bombendrohungen in der Hauptstadt
Manila und weiteren Großstädten bekannt. Im Visier der Fahnder sind
zudem Anhänger eines mutmaßlichen indonesischen Terroristen, den
vergangenen Woche ein Gericht in General Santos wegen Sprengstoff-
Besitzes zu mindestens zehn Jahren Gefängnis verurteilt hatte.
Zusammenhang mit US-Manöver?
Unterdessen bereiteten sich amerikanische Marineinfanteristen auf der
ehemaligen US-Marinebasis Subic auf ein dreiwöchiges Manöver mit den
philippinischen Streitkräften vor. Die Übung sollte am
Montag beginnen, daran beteiligen wollten sich insgesamt 2.700
amerikanische und 2.900 philippinische Soldaten. Die philippinischen
Streitkräfte wollen mit dem Manöver ihre Verteidigung verbessern und
die Beteiligung an US-Friedensmissionen üben.
Einen Tag vor Beginn des gemeinsamen Manövers trafen am Sonntag 624
weitere US-Truppen auf der nordphilippinischen Hauptinsel Luzon ein.
Am Samstag waren auf der südlichen Insel Basilan
340 US-Soldaten gelandet. Die 280 Pioniere und 60 Marineinfanteristen
sollen ihre 160 Kameraden verstärken, die dort bereits seit Januar
die philippinische Armee im Kampf gegen die militante Moslemgruppe
Abu Sayyaf ausbilden. Das Manöver auf Luzon zielt hingegen auf die
Abwehr von Angriffen anderer Staaten, wie es offiziell hieß.