Philippinen: Deutsche Geisel soll freikommen - DER SPIEGEL
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Philippinen Deutsche Geisel soll freikommen

Die schwer kranke Renate Wallert soll offenbar am Mittwoch aus der Geiselhaft entlassen werden. Zuletzt hatte auch Bundeskanzler Schröder an die Entführer appelliert, die 57-Jährige gehen zu lassen.
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Jolo/Hamburg - Die Rebellengruppe Abu Sayyaf will die sehr geschwächte Deutsche und möglicherweise auch den ebenfalls kranken Franzosen Stéphane Loisy aus humanitären Gründen ohne Gegenleistung auf freien Fuß setzen. Das berichtet der SPIEGEL-Korrespondent auf der philippinischen Insel Jolo unter Berufung auf zwei zuverlässige Quellen. Demnach haben die Anführer der Rebellengruppe Abu Sayyaf die Freilassung der 57 Jahre alten Lehrerin beschlossen. Der Asienbeauftragte der Bundesregierung, Cornelius Sommer, sagte gegenüber SPIEGEL ONLINE, er hege seit zwei bis drei Tagen die Hoffnung auf eine Freilassung von Frau Wallert. Es spreche einiges dafür, dass dies tatsächlich am Mittwoch geschehen könne.

Aus deutschen Diplomatenkreisen heißt es, ein deutscher Arzt solle mit einer Militärmaschine nach Zamboanga auf der Insel Mindanao fliegen und Renate Wallert dort in Empfang nehmen.

Nach Information des SPIEGEL-Korrespondenten sollen die 300 Abu-Sayyaf-Rebellen gemeinsam mit den insgesamt 21 Geiseln den Militärkordon um ihr Lager durchbrochen haben. Demnach sind sie mit acht kleineren Trucks auf den Berg Daru weitergezogen. Es ist bereits ihr drittes Lager.

Das Auswärige Amt teilte mit, dass der philippinische Präsident Joseph Estrada versichert habe, die Freilassung der kranken Geiseln genieße höchste Priorität. Dies habe Estrada am Dienstag dem Beauftragten der Europäischen Union für die Außenpolitik, Javier Solana, versichert. Solana selbst sagte, er hoffe auf einen Durchbruch in den nächsten Stunden oder Tagen. Er vertraue auf das Vorgehen der philippinischen Regierung und sei im Übrigen nicht gekommen, um Estrada Ratschläge zu geben. Solana erklärte, er werde sich nicht in die Verhandlungen mit den Entführern einschalten.

Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder appellierte an die Entführer, Renate Wallert freizulassen. "Meine Erwartung und dringende Bitte ist, eine Geste zu machen und wenigstens die sehr, sehr kranke Frau Wallert freizulassen", sagte Schröder dem Fernsehsender RTL.