Philippinen: Geiseln appellieren eindringlich an Regierung - DER SPIEGEL
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Philippinen Geiseln appellieren eindringlich an Regierung

Die westlichen Geiseln auf der philippinischen Insel Jolo haben ein weiteres Mal einen Appell an Präsident Joseph Estrada gerichtet. Er solle sich für eine schnelle Freilassung einsetzen. Außerdem verlangen sie, mit Obst, Gemüse und Kerzen versorgt zu werden.
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Jolo - Die philippinische Regierung solle für ein Ende der Geiselnahme sorgen, aber keine Gewalt anwenden, heißt es in einer auf Tonband aufgezeichneten Nachricht, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Der Deutsche Werner Wallert sagte in englischer Sprache: "Wir sind erschöpft, niedergeschlagen und entmutigt, vor allem, wenn uns jemand erzählt oder wir Nachrichten hören, dass wir freigelassen werden und dann nichts passiert." Der Lehrer aus Göttingen ist wie sein Sohn Marc und die meisten anderen der noch verbliebenen 13 Geiseln seit Ostern in Geiselhaft.

Kerzen und Kerosin, frisches Obst, Gemüse und Kakaopulver standen auf einer "Einkaufsliste", die die Geiseln am Donnerstag einem philippinischen Reporter übergaben. "Wir brauchen das Licht, weil nachts manchmal Skorpione und Schlangen in unser Zelt kriechen", sagte Wallert. Die Nächte würden sie außerdem damit verbringen, Briefe an ihre Angehörigen zu schreiben oder Tagebuch über ihre Geiselhaft zu führen, sagte er.

Außer den Strydoms und den Wallerts werden von Moslemrebellen der Gruppe Abu Sayyaf noch fünf Franzosen, zwei Finnen, ein Franco-Libanese und ein Philippiner auf Jolo festgehalten. Der Reporter nahm von den meisten westlichen Geiseln Briefe an die Botschaften ihrer Heimatländer mit. Die Wallerts besprachen ein Band für die deutsche Botschaft in Manila.

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