Philippinen Geiseln kommen angeblich bald frei
Hamburg - ZDF-Korrespondent Jörg Brase berichtete aus Manila, eine libysche Iljuschin sei in der philippinischen Hauptstadt Manila gelandet und habe die Erlaubnis, die Geiseln auf der Insel Zamboanga abzuholen. Dorthin sollten alle 17 Geiseln, darunter Werner und Marc Wallert aus Göttingen, von Jolo gebracht werden.
Die Berliner Tageszeitung "Die Welt" zitiert in ihrer Dienstag-Ausgabe den libyschen Unterhändler Rajab Azzarouk mit den Worten: "Innerhalb der nächsten 48 Stunden werden die 17 Geiseln, die noch in den Händen der islamistischen Gruppe Abu Sayyaf sind, freigelassen." Eine Stiftung des Sohnes von Revolutionsführer Muammar el Gaddafi habe 25 Millionen Dollar bezahlt. Das Geld werde in Form von humanitärer Hilfe wie dem Bau von Wohnungen, Schulen, Krankenhäusern und Moscheen sowie der Anlage von Plantagen fließen.
Azzarouk, früher libyscher Botschafter in Manila, hatte sich zuvor aber noch wesentlich pessimistischer gezeigt. Noch immer gebe es keine endgültige Übereinkunft mit den Kidnappern, hatte er nach Treffen mit verschiedenen Behördenvertretern und Mittelsmännern auf der Insel Jolo gesagt. "Wir arbeiten noch an der Freilassung", erklärte Azzarouk, bevor er Jolo verließ.
Auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet in ihrer Dienstag-Ausgabe, dass mit dem Eintreffen der Geiseln in Tripolis für Mittwoch oder Donnerstag gerechnet werde. Bundesaußenminister Joschka Fischer halte sich bereit, in diesem Fall in die libysche Hauptstadt zu fliegen, um Vater und Sohn Wallert von dort nach Göttingen zu begleiten.
Außer den Wallerts befinden sich noch zwei Franzosen, zwei Südafrikaner, zwei Finnen, eine Franco-Libanesin sowie drei Malaysier und zwei Philippiner in der Gewalt der Abu-Sayyaf-Rebellen. Sie waren am 23. April von der malaysischen Taucherinsel Sipadan nach Jolo verschleppt worden. Ferner brachten die Entführer vor wenigen Wochen auch noch drei französische Fernsehjournalisten in ihre Gewalt.