Philippinen Geiseln sollen morgen freikommen
Zamboanga - Nach 115 Tagen im Dschungel sollen damit die Geiseln auf Jolo ihre Freiheit wiedererlangen. Die 29 aus Malaysia verschleppten Menschen - unter ihnen noch zwei Deutsche - würden in der Stadt Zamboanga auf der Nachbarinsel Mindanao den Behörden übergeben, teilte der Regierungsunterhändler Robert Aventajado am Dienstag mit. Er lud die Botschafter der betroffenen Staaten ein, dabei zu sein.
Die bevorstehende Freilassung nach zahlreichen gescheiterten Anläufen ist ein Ergebnis libyscher Vermittlung zwischen der Regierung und den Moslemrebellen der Organisation Abu Sayyaf. Libyen trägt nach Angaben der philippinischen Unterhändler alle Kosten der Aktion, darunter auch ein Lösegeld in nicht genannter Höhe. Die Berliner Tageszeitung "Die Welt" berichtet in ihrer Dienstagausgabe unter Berufung auf den libyschen Unterhändler Rajab Azzarouk, die libysche Organisation International Gaddafi Charity Foundation habe 25 Millionen Dollar für 17 Geiseln bezahlt. Dieses Geld werde in Form von humanitärer Hilfe etwa für Schulen, Krankenhäuser und Plantagenaufbau in die Region fließen.
Am Montagabend traf ein Flugzeug aus Libyen in der Hauptstadt Manila ein, das die Geiseln ausfliegen soll. Am Dienstag wird es im Süden der Philippinen erwartet. Die Freigelassenen sollen zunächst nach Libyen geflogen werden, von wo aus sie weiter in ihre Heimatländer reisen können.
In der Gewalt der Kidnapper befinden sich noch die beiden Deutschen Werner und Mark Wallert, sechs Franzosen, drei Malaysier, zwei Finnen, zwei Südafrikaner und 14 Philippiner sowie eine Gruppe einheimischer christlicher Prediger. Renate Wallert wurde im Juli freigelassen. Am Mittwoch sollen auch drei französische Journalisten freikommen, die während der Berichterstattung über das am Ostersonntag begonnene Geiseldrama verschleppt worden waren.