Philippinen: Geiseln stört Medienpräsenz - DER SPIEGEL
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Philippinen Geiseln stört Medienpräsenz

Am Anfang freuten sich die Geiseln noch über die Ankunft von Journalisten. Jetzt beklagen sie sich über die ständige Präsenz der Medien. Das gehe "wirklich auf die Nerven", sagte der Deutsche Werner Wallert.
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Manila/Jolo - Die Regierungsvermittler haben um Verständnis für den schleppenden Fortgang der Verhandlungen im Geiseldrama geworben. "Wir können vor der Öffentlichkeit nicht darlegen, was wir genau machen, weil Verhandlungen wie ein Pokerspiel sind", sagte Chefunterhändler Roberto Aventajado. Er hoffe zum Mittwoch auf eine zweite Gesprächsrunde mit der militanten Moslemgruppe Abu Sayyaf.

Bereits am Freitag hatte Aventajado gesagt, er konzentriere sich nun auf die Forderung der Kidnapper nach Maßnahmen gegen die Großfischerei auf der Sulu-See. Inzwischen habe er mit Küstenwache und Fischereibehörden eine Verbotszone in einem Umkreis von 15 Kilometern rund um die südliche Insel Jolo diskutiert.

Die Entführten kritisierten die ständige Präsenz der Medien. "Die letzten drei Wochen haben wir fast jeden Tag die Presse hier", sagte Werner Wallert aus Göttingen. "Wir wollen nicht unfreundlich sein, aber das geht uns wirklich auf die Nerven." Kurz nach Beginn der Geiselkrise vor fast sechs Wochen waren Besuche von Reportern noch als Kontakt zur Außenwelt begrüßt worden.

Unter Todesdrohungen hatten die Kidnapper der militanten Moslemgruppe Abu Sayyaf am späten Freitagabend kurzzeitig zehn Journalisten, die meisten davon Deutsche, festgehalten. Erst nach einer Zahlung von 25.000 US-Dollar (rund 50.000 Mark) Lösegeld durften sie nach zehn Stunden Gefangenschaft gehen.