Philippinen: Hoffnung für die Geiseln wächst - DER SPIEGEL
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Philippinen Hoffnung für die Geiseln wächst

Die Entführer auf der philippinischen Insel Jolo wollen offenbar bis Donnerstag darüber entscheiden, ob sie die kranke Geisel Renate Wallert freilassen. Die Bundesregierung und der Vermittler auf Jolo sprechen von vorsichtigem Optimismus.
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Jolo/Hamburg - Die Hoffnung auf eine baldige Freilassung der sehr geschwächten Deutschen Renate Wallert und eines erkrankten Franzosen wächst wieder. Die Bundesregierung zeigte sich nach dem ersten Treffen des neuen libyschen Vermittlers mit den philippinischen Geiselnehmern vorsichtig optimistisch. Es gebe bislang keine Garantie dafür, dass die Geiselnahme auf friedliche Weise beendet werden könne, sagte Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye am Mittwoch in Berlin. "Die Hoffnung allerdings wächst, wenn auch in Maßen." Aus philippinischen Behördenkreisen hatte es geheißen, die Rebellen würden binnen 24 Stunden auf die Appelle zur Freilassung antworten.

Auch der frühere libysche Botschafter auf den Philippinen, Rajab Assaruk, hatte sich nach einem Treffen mit Vertretern der Abu Sayyaf in deren Dschungelversteck zuversichtlich gezeigt. Die Begegnung sei in entspannter Atmosphäre verlaufen und würde am Donnerstag fortgesetzt. Er habe die Geiseln jedoch nicht gesehen. Die Rebellen erklärten, sie wollten über die Freilassung der kranken Geiseln noch mit ihren Führern beraten. Sie bezeichnen den Zustand von Renate Wallert offenbar als "nicht so schlimm". Gerüchten zufolge werfen sie ihr vor zu simulieren.

Die Ärztin Nelsa Amin, die Assaruk begleitete, berichtete, sie habe den Entführern Medikamente, Lebensmittel, Kleidung und zwei Tragbahren übergeben. Sie durfte nach eigenen Worten das Lager ebenfalls nicht betreten. Informationen aus deutschen diplomatischen Kreisen zufolge sollen nun am Donnerstag vier Vertreter der Hilfsorganisation "Roter Halbmond" die Entführten untersuchen dürfen. Aus gleicher Quelle hieß es, die Abu-Sayyaf-Rebellen hätten inzwischen ihr Lager erneut verlegt. Demnach zogen sie mit den Geiseln 15 Kilometer weiter nach Norden. Der Militärkordon um das Lager sei nun wieder geschlossen.

Anderen Informationen auf Jolo zufolge teilten die Rebellen sich auf. Ein Teil der Entführer soll mit den neun malaysischen Geiseln nach Norden in die Nähe des Dorfes Bonbon an die Küste gezogen sein. Von dort aus hätten sie gute Möglichkeiten die Insel zu verlassen. Ob sie das vorhaben, ist allerdings völlig unklar.