Philippinen Hoffnung in der Geiselkrise?
Manila - Ein Sprecher des philippinischen Präsidenten sagte in einem Fernsehinterview am Sonntag, die Freilassung des 29-jährigen Malaysiers Zulkarnain Hashim sei Teil eines Prozesses. Er sei optimistisch, dass weitere Geiseln freikommen würden. Der Verhandlungsführer der philippinischen Regierung, Robert Aventajado, versicherte unterdessen erneut, im Zusammenhang mit der Freilassung der Geisel sei kein Lösegeld gezahlt worden.
Malaysias Außenminister Syed Hamid Albar sprach in Kuala Lumpur von einer "positiven Entwicklung". Die Freilassung sei ausschließlich durch Verhandlungen erreicht worden. Malaysia habe den Geiselnehmern der Moslemgruppe Abu Sayyaf keine Zugeständisse gemacht.
Die Entführer auf Jolo hatten den Malaysier Hashim am Samstag nach zweimonatiger Geiselhaft freigelassen und damit Hoffnung auf ein Ende des Geiseldramas geweckt. Die Geisel sei von den Kidnappern als Zeichen des guten Willens auf freien Fuß gesetzt worden, sagte Aventajado. Über das Schicksal der restlichen Gefangenen, darunter drei Deutsche aus Göttingen, wurde nichts bekannt. Auf Jolo warten neben den Malaysiern und den Deutschen je zwei Geiseln aus Frankreich, Südafrika, Finnland und den Philippinen sowie ein Libanese auf ein friedliches Ende der Entführung.
Sie waren am 23. April von der malaysischen Ferieninsel Sipadan nach Jolo, rund 960 Kilometer südlich von Manila, verschleppt worden. Die Abu Sayyaf fordert nach Angaben der Regierung für die Freilassung aller Geiseln einen eigenen Moslem-Staat im Süden der überwiegend katholischen Philippinen sowie ein Lösegeld von umgerechnet rund 41 Millionen Mark. Zudem verlangt sie ein Verbot des kommerziellen Massenfischfangs in den Gewässern um die Sulu-Inseln, zu denen Jolo gehört.