Philippinen Hunderte Tote durch gigantische Schlammlawine
Manila - Bislang sind schon 388 Todesopfer registriert, mehr als hundert Menschen werden offiziellen Angaben zufolge noch vermisst. Es sei damit zu rechnen, dass die Opferzahl noch steigen werde, sagte Rot-Kreuz-Sprecherin Teresa Arguelles. Eines der am schwersten betroffenen Dörfer, Padang, ist praktisch von der Außenwelt abgeschnitten, so dass Opferzahlen nur mit starker Verzögerung eintreffen.
Das Dorf sei zu Zweidritteln verschüttet, sagte der Bürgermeister der nahe gelegenen Stadt Lagazpi, Noel Rosal. Allein hier werden noch rund hundert Menschen vermisst. "Padang ist zerstört, wir reden von einer schwarzen Wüste", sagte er. Der Schlamm besteht überwiegend aus Material vulkanischen Ursprungs.
Die Lawine aus Schlamm und Asche hatte sich vom Vulkan Mayon im Südosten der Hauptinsel Luzon gelöst, als der Taifun "Durian" begleitet von heftigen Regenfällen durch die Region etwa 350 Kilometer südlich von der Hauptstadt Manila zog.
Mehr als hundert Leichname seien in den Orten Daraga, Busay und Santo Domingo geborgen worden, sagte ein für den Rettungseinsatz zuständiger Behördensprecher.
In Daraga waren die Schlammmassen Augenzeugen zufolge an einigen Stellen haushoch. Ein Großteil der Stadt war überflutet. In der Stadt Canaman wurde ein Mensch von einem Metallteil erschlagen, das der Sturm durch die Luft geschleudert hatte.
Rettungsmannschaften wurden in die Region entsandt. Die Helfer hätten jedoch mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, sagte der Provinzgouverneur Fernando Gonzales. Das Stromnetz, die Telefonverbindungen und die Wasserversorgung sind zusammengebrochen. Hochwasser und Erdrutsche blockieren die Straßen."Nur die Hausdächer sind in diesen Dörfern noch zu sehen", sagte der Bürgermeister einer der acht besonders betroffenen Ortschaften. Die Armee wartet auf bessere Wetterbedingungen, um Hubschrauber in den Einsatz zu schicken.
Der Flughafen von Legaspi wurde geschlossen, da Teile des Dachs des Abfertigungsgebäudes bei dem Unwetter beschädigt worden waren.
Mit Windgeschwindigkeiten bis zu 190 Kilometern pro Stunde war "Durian" gestern über die östlichen Provinzen des asiatischen Inselstaates gezogen. Inzwischen hat der Wirbelsturm sich abgeschwächt. Er bewegt sich in Richtung der Insel Mindoro und soll im Laufe des Tages Manila erreichen.
han/als/AFP/Reuters/AP/dpa