Philippinen Hunderte Tote nach schweren Überflutungen
Manila - Die meisten Opfer seien durch Erdrutsche umgekommen oder in den Fluten ertrunken, sagte die philippinische Sozialministerin Corazon Soliman. Straßen seien von Erdmassen verschüttet oder überflutet, so dass es für Rettungskräfte schwierig sei, in die betroffenden Gebiete vorzudringen. Zudem mangele es an Hubschraubern.
Besonders schwer wurde die Provinz Quezon im Norden der Philippinen getroffen. Dort kamen mehr als 300 Menschen ums Leben, so Soliman. Dutzende Erdrutsche wurden gemeldet. Betroffene Städte waren auf dem Landweg nicht zu erreichen, weil die Wassermassen Brücken weggespült hätten und entwurzelte Bäume die Straßen versperrten, sagte ein Sprecher der Luftwaffe. Da Hubschrauber nicht landen konnten, warfen sie ihre Hilfslieferungen auf Hausdächern ab.
Die Stadt Infanta wurde fast komplett überflutet. Einige Häuser seien bis zur Dachspitze in den Fluten versunken, hieß es. Weitere Opfer gibt es nach Angaben des Zivilschutzes in den Provinzen Aurora, Rizal, Bulacan sowie in einem Vorort von Manila. In den betroffenen Gebieten fielen Strom und Telefon aus.
Für die schweren Schäden wird die in der Region verbreitete illegale Abholzung verantwortlich gemacht, die zu einer Erosion der Böden geführt hat.
Meteorologen warnten vor einem neuen Taifun, der die Philippinen voraussichtlich in den nächsten Tagen treffen wird. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Taifun "Muifa" eine Sturmflut im Nordosten des Landes verursacht. 78 Menschen kamen bei dem Unwetter ums Leben, 80 weitere werden noch vermisst.