Philippinen: Rebellen lassen eine Geisel frei - DER SPIEGEL
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Philippinen Rebellen lassen eine Geisel frei

Hoffnung im Geiseldrama auf den Philippinen: Die Rebellen auf der Insel Jolo haben einen entführten Malaysier freigelassen. Für den Mann soll ein hohes Lösegeld gezahlt worden sein.
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Manila - Bei dem Freigelassenen handele es sich um Abdul Selamat, hieß es aus Kreisen der Vermittler zwischen der philippinischen Regierung und den Entführern. Der Mann werde von Jolo in die Stadt Zamboanga gebracht und später den Chef-Unterhändler der philippinischen Regierung, Roberto Aventajado, treffen.

Nach Angaben aus Kreisen der Unterhändler wurde für Abdul Selamat ein hohes Lösegeld gezahlt. Danach sollte der Malaysier bereits am Donnerstag auf freien Fuß gesetzt werden. Die Freilassung sei aber verschoben worden, weil 2,8 Millionen Pesos (rund 129.000 Mark) fehlten. Die Gesamtsumme blieb zunächst unbekannt. Die überraschende Aktion sollen malaysische Unterhändler arrangiert haben, die schon die Freilassung einer ersten malaysischen Geisel vor drei Wochen erreicht hatten.

Angaben des Mittelsmanns zufolge ließ die militante Moslemgruppe Abu Sayyaf den Malaysier bereits in der Nacht zum Freitag gehen. Anschließend sei er von Jolo aus mit einem Boot auf die Nachbarinsel Basilan gebracht worden.

Angehörige der moslemischen Rebellenorganisation Abu Sayyaf halten noch 19 Geiseln auf Jolo fest, darunter drei Angehörige der Göttinger Familie Wallert. Bereits Ende Juni hatten die Rebellen eine malaysische Geisel freigelassen.

Zuvor hatten die Außenminister von Deutschland, Frankreich und Finnland versucht, Bewegung in das Geiseldrama zu bringen. Joschka Fischer, Hubert Védrine und Erkki Tuomioja erklärten am Donnerstag in Manila übereinstimmend, eine Lösegeldzahlung komme nicht in Frage. Die Minister waren kurz zuvor zu einem Gespräch mit dem philippinischen Präsidenten Joseph Estrada zusammengekommen. Konkrete Ergebnisse wurden dabei offensichtlich nicht erzielt.

"Ich glaube, unsere Regierungen sollten gemeinsam mit der philippinischen Regierung neue Anstrengungen unternehmen, die Krise zu lösen", sagte Fischer. Unter den Entführten sind neben vier Deutschen auch Finnen und Franzosen.

Außenminister Védrine überbrachte eine persönliche Botschaft von Präsident Jacques Chirac, teilte Elysée-Sprecherin Catherine Colonna mit. Darin bringe Chirac die große Sorge Frankreichs über das Schicksal der Geiseln zum Ausdruck und hoffe, "dass alles in die Wege geleitet werden kann, was eine glückliche und rasche Lösung erlaubt".