Philippinen: Regierung rechnet mit Wallerts Freilassung - DER SPIEGEL
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Philippinen Regierung rechnet mit Wallerts Freilassung

Die Hoffnung auf die Freilassung der schwer kranken deutschen Geisel Renate Wallert wurde bereits mehr als einmal enttäuscht. Doch jetzt herrscht wieder Optimismus. Grund: Der philippinische Präsidentensprecher Robert Aventajado verkündete, es gebe eine Abmachung mit den Entführern, dass sie Wallert noch am Samstag gehen ließen.
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Jolo - Die Entführer auf der philippinischen Insel Jolo hätten sich bereit erklärt, Wallert und möglicherweise den ebenfalls erkrankten Franzosen Stephane Loisy noch am Samstag gehen zu lassen, sagte ein Unterhändler. Aventajado bestätigte dies, schränkte jedoch ein: "Natürlich kann es aber sein, dass sie jederzeit ihre Meinung wieder ändern. Hundertprozentig ist gar nichts." Über mögliche Gegenleistungen der Regierung machte Aventajado keine Angaben.

Der Gesundheitszustand Renate Wallerts, die mit ihrem Mann Werner, Sohn Marc und 18 weiteren Geiseln in der Gewalt der Entführer ist, habe sich in den vergangenen Tagen gebessert, sagte Aventajado. Ihr Blutdruck habe sich stabilisiert.

Noch am Freitag hatten die Entführer eine baldige Freilassung der kranken Geiseln ausgeschlossen. Bei einer neuen Kontaktaufnahme von Vermittlern zu den Kidnappern wurde aber am Freitagabend nach Angaben eines Unterhändlers erneut über die Freigabe verhandelt. Die Vermittler hätten den Geiselnehmern klar gemacht, dass dies die weiteren Verhandlungen erleichtern würde.

Die Entführer haben bisher offiziell noch keine Forderungen gestellt. In Gesprächen hatten die Geiselnehmer nach Angaben des libyschen Vermittlers Abdul Redscheb Assaruk jedoch die Unabhängigkeit der Region und ein Verbot ausländischer Fischerboote in den Gewässern um Mindanao gefordert. Zudem wollten sie islamisches Recht einführen und verlangten eine Sicherheitsgarantie bei einer Geiselfreilassung. Nach Berichten eines Vermittlers wollen die Entführer zudem Geld für ihre Geiseln fordern.

Die Geiseln - neun Malaysier, die Wallerts aus Göttingen, jeweils zwei Personen aus Frankreich, Finnland, Südafrika und den Philippinen sowie eine Libanesin - wurden am Ostersonntag auf der malaysischen Insel Sipadan überfallen und nach Jolo verschleppt.