Pinatubo Die große Furcht vor dem Vulkanwasser
London - Inzwischen stehe das Wassers wenige Meter unterhalb des Kraterrands, berichtet die Zeitschrift "New Scientist". Sollte der in dieser Region übliche starke Regen andauern, könne der bröckelige Rand eventuell schon innerhalb der nächsten Wochen nachgeben und eine Lawine aus Wasser und Vulkangestein talwärts rasen. So eine Lawine wird Lahar genannt.
Seit dem Ausbruch vor zehn Jahren hätten sich viele Menschen wieder an den Vulkanhängen angesiedelt. Die Vorwarnzeit für die 48.000-Einwohner-Stadt Botolan betrage weniger als zwei Stunden, schreibt das Wissenschaftsmagazin. Einen Notfallplan gebe es nicht.
Mindestens die oberen zehn Meter des Kraters bestünden aus kantigem Trümmergestein, so genannter Brekzie, habe der US-Forscher Chris Newhall von der Universität von Washington in Seattle am Pinatubo festgestellt. "Wenn Wasser über den Kraterkamm läuft, bröckelt die Brekzie ab", zitiert die Zeitschrift Newhall. Nach Schätzungen des Pinatubo-Experten Kelvin Rodolfo von der Universität von Illinois in Chicago liege der Wasserspiegel nur noch etwa vier Meter unterhalb der tiefsten Stelle des Kraterrandes.
Der Ausbruch des Pinatubo im Juni 1991 war einer der gewaltigsten im 20. Jahrhundert. Mehrere hundert Menschen kamen ums Leben. Durch einen mittleren Niederschlag in der Region von etwa 3,5 Metern pro Jahr und den Trichtereffekt des Kraters sei der Wasserspiegel in dem Vulkansee seitdem um bis zu zehn Meter pro Jahr angestiegen.