Piusbruderschaft Holocaust-Leugner Williamson wendet Ausschluss ab
Bischof Richard Williamson: Trennung von umstrittenem Anwalt
Foto: ddpRegensburg - "Der Bischof wird einlenken", sagte der Sprecher der Bruderschaft in Deutschland, Pater Andreas Steiner, am Mittwoch. Die Bruderschaft hatte ihn zuvor aufgefordert, sich von seinem Anwalt für seinen Berufungsprozess wegen Volksverhetzung zu trennen. Williamson soll das Mandat einem Anwalt übergeben haben, der nach SPIEGEL-Informationen der rechten Szene zugeordnet wird. Der Generalobere der Piusbruderschaft, Bischof Bernard Fellay, hatte dem britischen Bischof daraufhin gedroht, ihn aus dem Orden auszuschließen, sollte er seinen Verteidiger nicht von dem Mandat zu entbinden. Das Generalhaus habe Signale erhalten, wonach Williamson die Zusammenarbeit mit diesem Anwalt aufgebe, erläuterte Steiner.
Zugleich forderte die Piusbruderschaft Williamson auf, die gerichtliche Auseinandersetzung um die Holocaust-Leugnung abzuschließen. "Es wird ihm empfohlen, die Strafe anzuerkennen", sagte Steiner. Er bestätigte damit einen Bericht der "Nürnberger Nachrichten". Williamson solle "die Sache" endlich beenden, sagte der Pater dem Blatt.
Williamson hatte in einem Fernsehinterview den Massenmord an den Juden in den Nazi-Gaskammern bestritten. Da das Gespräch im deutschen Priesterseminar der Piusbrüder in Zaitzkofen bei Regensburg aufgezeichnet wurde, ist die Regensburger Justiz zuständig. Das dortige Amtsgericht hatte den 70-Jährigen im April zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt.
Gegen dieses Urteil hatten sowohl Williamson als auch die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Der neuerliche Prozess war nun abgesetzt worden, weil Williamson einen neuen Anwalt eingeschaltet hatte. Nach SPIEGEL-Informationen handelt es sich dabei um Wolfram Nahrath. Er werde der rechtsextremen Szene zugerechnet. Nahrath sei letzter Bundesführer der 1994 verbotenen Wiking-Jugend gewesen und heute NPD-Mitglied.