Playboy-Gründer Hefner wird 75 Tapferes Schneiderlein im Häschenland
New York - Mit der nackten Marilyn Monroe fing alles an. Und mit 8000 Dollar Startkapital. Hugh Hefner hatte das Geld gepumpt und auf eine Karte gesetzt - den Sexhunger der Männer im Amerika der Nachkriegszeit.
Mai 1999: Hefner beim Filmfestival in Cannes
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Hefner hat Freude an seinem Umfeld
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Als 1953 die erste Ausgabe seines Magazins erschien, raste er in Chicago von einem Kiosk zum anderen. Tatsächlich war das Erotik-Heft trotz der "Vorschriften für die bundesstaatliche Post gegen die Verbreitung von Obszönität" überall ausgeliefert worden. Und es verkaufte sich in Windeseile. Schon wenige Nummern später war der Gründer des "Playboys", der aus einem puritanisch-christlichen Elternhaus stammte, ein gemachter Mann.
Viagra und Marihuana
Seinen 75. Geburtstag feiert Multi-Millionär Hefner am kommenden Montag, dem 9. April, so, wie seine immer noch große Fangemeinde es von ihm erwartet. In seiner Villa in Kalifornien werden ihn sieben blonde Gespielinnen zart wecken. Die Älteste von ihnen ist 47 Jahre jünger als er.
"Playboy"-Model Anna Nicole Smith 1994
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Hefner und ein Bunny-Girl im Juni 1961 in Chicago
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Allerdings beginnt die Party bestimmt nicht schon mit dem Sonnenaufgang. Dank Viagra und angeblich auch ein wenig Marihuana sei der Greis zwar nachts noch recht munter, war kürzlich in diversen US-Magazinen zu lesen. Doch Cathi O'Melley - eine der sieben Sex-Bomben, die Hefner seit einigen Monaten für seinen werbewirksamen Ego-Trip fürstlich bezahlt, plauderte aus, dass ihr die Tage danach vorkommen "wie bei Großmutter zu Hause".
Tom Wolfe: "Playboy, das Ein-Hand-Magazin"
Vor Jahren hatte der Schriftsteller Tom Wolfe den "Playboy" ein "Ein-Hand-Magazin" genannt. Damit hat er Hefner bestimmt Unrecht getan. Hefners Zielgruppe waren eher sicherlich die Machos, aber solche mit Verstand, gehobener Lebenskultur und möglichst einem noch darüber stehenden Bankkonto.
So sehen Auserwählte aus: Unter 18.000 Kandidaten wurden die Zwillinge Carol (links) und Darlene Bernola auserkoren neben Hefner sitzen zu dürfen
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Das typische "Playboy"-Playmate: Victoria Fuller, 1996
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Der wirtschaftliche Erfolg des "Playboys" beruhte vor allem darauf, dass die Werbeindustrie ihn als Domäne entdeckte. Edle Alkoholika, schicke Autos, Segelyachten und raffinierte Duftwässer - was der Mann von Welt halt so für sein Imponiergehabe braucht, wurden und werden neben hübschen Gesichtern, Busen und Figuren auf Hochglanzseiten angepriesen.
Bellow, Mailer, Updike schrieben für Hefner
Doch der "Playboy", den längst die Hefner-Tochter Christie nebst dem dazugehörigen Medien-Imperium dirigiert, war schon bald nach seinem Erscheinen weit mehr als eine Erotik-Postille. Große Autoren wie Saul Bellow, Woody Allen, Norman Mailer, John Updike oder Roald Dahl schrieben für das Magazin. Auf dem Höhepunkt des Ruhmes hatte Hefners Zeitschrift eine weltweite Auflage von mehr als sechs Millionen Exemplaren. Heute werden nach Verlagsangaben noch monatlich vier Millionen Hefte verkauft.
Die einst so berühmten Bunnys, die wohlgeformten Damen mit den großen Hasen-Ohren und dem runden Bommel am Po - nehme sich aus wie Wesen aus einer früheren Epoche. In London soll es dennoch ein Comeback geben. 15 Jahre nachdem in den USA der letzte Playboy-Club geschlossen wurde, soll es in der europäischen Trend-Hauptstadt bald ein "Playboy"-Kasino geben.
Von Thomas Burmeister, dpa