Polen Flutwelle rollt auf Krakau zu
Warschau - Mit Hinweisen zu Notruftelefonen und Notunterkünften hat der Krisenstab in Krakau die Bevölkerung darauf vorbereitet. Bereits seit Mittwochabend stehen Teile der Innenstadt unter Wasser. Kritisch war die Hochwassersituation auch im Hügelland der Beskiden in Südpolen.
In der Ortschaft Budzowo, die durch das Hochwasser von der Außenwelt abgeschlossen ist, gab es Rundfunkberichten zufolge erste Versorgungsengpässe. Es fehle an Brot, Trinkwasser und anderen Grundnahrungsmitteln, hieß es. Ein 60 Jahre alter Mann werde vermisst.
In den sieben vom Hochwasser betroffenen Provinzen Polens wurden seit Wochenbeginn 2500 Menschen aus ihren überfluteten Häusern geborgen. Während im Süden und Südwesten des Landes noch zahlreiche Straßen und Bahngleise unpassierbar sind, stabilisierte sich die Lage zumindest in Schlesien.
Der Wasserstand an der Oder war zwar weiterhin hoch, die Krisenstäbe zeigten sich aber zuversichtlich, dass die vorhandenen Wassersammelbecken ausreichen. Eine Wiederholung der Hochwasserkatastrophe von 1997, bei der auch die ostdeutschen Grenzregionen in Sachsen und Brandenburg betroffen waren, wird daher nicht befürchtet.