Polizeialltag 2008: Feuerstuhl und Deo-Alarm - DER SPIEGEL
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Polizeialltag 2008 Feuerstuhl und Deo-Alarm

Telefonierende Hunde, irrleitende Navis, getunte Bürostühle - wenn die Polizei in den vergangenen Monaten ausrücken musste, ging es nicht immer um Mord und Totschlag. Die Ordnungshüter erleben im Einsatz zuweilen Slapstick pur.
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Hamburg - Wenn keiner mehr weiterweiß, wählen viele Menschen die 110: Die Polizei wird's schon richten. Bei den Einsätzen wissen die Beamten meist nicht, was sie erwartet. Trotzdem dürften die folgenden kuriosen Einsätze doch eher eine Ausnahme darstellen.

Foto: DPA

Dank Navi geradewegs in die Weser

Ungebrochen scheint der blinde Glaube an die Weisheit von Navigationsgeräten bei vielen Autofahrern: Im niedersächsischen Bad Münder mussten Polizisten einem Taxifahrer helfen, der mit seinem Wagen im Morast versank, weil er den Fußgängermodus eingestellt hatte. In Rinteln fuhr ein 19-Jähriger an einem Fähranleger direkt in die Weser - statt auf das Schiff zu warten.

Telefonierender Hund

In Pattensen bei Hannover löste ein telefonierender Hund im November einen Polizeieinsatz aus: Das Tier hatte das Telefon in sein Körbchen gezogen, auf dem Hörer gekaut und so eine Frau im 150 Kilometer entfernten Winsen bei Hamburg angerufen. Die hörte nur ein Röcheln, erschrak sich gehörig, dachte an Schlimmes und alarmierte die 110.

Wenn der Handwerker zweimal klingelt

Einen ungebetenen und sturzbetrunkenen Gast musste die Polizei aus dem Bett einer 60-Jährigen aus Neumünster vertreiben. In Erwartung eines Handwerkers hatte die Frau den 42-Jährigen zuvor hereingelassen. Statt an die Arbeit begab der sich jedoch direkt in ihr Bett und schlief auf der Stelle ein.

Ein Laster voller Särge

Einen überladenen Kleintransporter hat die Polizei auf der Autobahn 1 bei Münster gestoppt. Als die Beamten die Ladung in Augenschein nahmen, kamen sie ins Staunen: lauter leere Särge. Erst als der Fahrer eine ausreichende Menge seiner Fracht abgeladen hatte, durfte er weiterfahren. Die Holzsärge wurden in einer Gewerbehalle zwischengelagert.

Der heiße (Dreh-)stuhl

Ein unbekanntes "heißes Gefährt" rief Ordnungshüter im südhessischen Groß-Zimmern auf den Plan. Eine Streife stoppte zwei 17-jährige Hobbybastler, die mit einem drehbaren Bürostuhl samt Rasenmähermotor und Fahrradbremsen durch die Stadt brausten. Die Polizisten stellten den mit einem selbstgeschweißten Rahmen zusammengebauten Bürostuhl sicher und erklärten die Probefahrt für beendet.

Das Handschellenfiasko

Um früh für seinen späteren Beruf als Polizist zu üben, legte ein fünf Jahre alter Junge im südhessischen Obertshausen seiner Mutter Handschellen an. Allerdings konnte der Knirps seine "Gefangene" nicht selbst befreien, so dass diese die "richtige" Polizei anruft und um ihre Befreiung bittet.

Deo-Alarm

Mehrere Schülerinnen haben sich in der Jugendherberge im schleswig-holsteinischen Büsum zu intensiv mit Deodorants eingesprüht und so einen Feueralarm ausgelöst. Die Duftschwaden zogen in der Damentoilette in die Decke und aktivierten den Brandmelder. Drei Feuerwehrfahrzeuge und ein Streifenwagen rasten mit Blaulicht zu dem vermeintlichen Unglücksort.

Dreiste Diebe

Diebe machen manchmal recht ungewöhnliche Beute. So band sich ein Einbrecher in einem Getränkemarkt im nordrhein-westfälischen Witten 13 Leergutkisten um den Körper. Das laute Klappern bei seiner Flucht verriet ihn jedoch und rief die Polizei auf den Plan. Im Kreis Gütersloh stahlen Unbekannte eine komplette Gartenlaube und in Bielefeld einen Kondomautomaten.

Nacktes Vergnügen

Bei eisigen Temperaturen setzte eine Hausfrau zum Jahresanfang im bayerischen Mellrichstadt ihren Ehemann barfuß und mit freiem Oberkörper vor die Tür. Da sie ihn nicht mehr ins Haus ließ, alarmierte der Mann die Polizei. Ein Beamter spendierte Sweatshirt, Pullover und Jacke. Weil die Frau vermutete, dass die Kleidung von einer Freundin gekommen war, landete der Mann wieder vor der Tür - nur auf Strümpfen. Wiederum halfen Polizeibeamte aus, diesmal mit Schuhen.

Schreie für das Seelenheil

Lautem Schreien und Brüllen musste die Polizei in Bad Saulgau (Baden-Württemberg) nachgehen. Das Kloster Sießen hatte die Beamten wegen Gebrülls aus dem nahe gelegenen Waldgebiet alarmiert. Sie fanden im Wald eine Therapeutin mit ihrer Gruppe, die sich durch lautstarkes Schreien vom Stress befreite.

han/dpa