Polizeieinsatz: Schmökel bei Festnahme verletzt - DER SPIEGEL
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Polizeieinsatz Schmökel bei Festnahme verletzt

Nach 13 Tagen auf der Flucht ist der Gewaltverbrecher Frank Schmökel im sächsischen Landkreis Bautzen festgenommen worden. Bei einem Schusswechsel wurde der Flüchtige durch einen Bauchschuss verletzt.
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Bautzen - Nach Angaben der Polizei entdeckten Autobahnpolizisten den 38-jährigen Schmökel rund zwölf Kilometer vom eigentlichen Suchgebiet entfernt zwischen den Ortschaften Neschwitz und Saritsch im Landkreis Bautzen.

Ein Laubenbesitzer hatte die Beamten nach Polizeiangaben zuvor informiert, dass sich Schmökel in einer Gartenlaube aufhalte. Daraufhin seien drei Polizeiwagen mit sieben Beamten zu dem Grundstück gefahren. Zunächst hatte es geheißen, Schmökel sei unter einer Brücke von der Polizei gestellt worden.

Als zwei Polizisten versuchten, Schmökel festzunehmen, sei dieser nach Angaben des Landeskriminalamtes mit einem Messer auf sie zugegangen. Daraufhin habe einer der Beamten Schmökel in den Bauch geschossen. Die Beamten hätten Schmökel anhand seiner Tätowierungen an den Unterarmen identifiziert, hieß es.

Schmökel hatte die Polizei 13 Tage lang genarrt, die mit einem Großaufgebot nach dem Schwerverbrecher suchte. Auf der Flucht erschlug er nach Polizeiangaben in Strausberg bei Berlin einen 60-jährigen Mann, um an dessen Auto zu kommen. Von dort flüchtete er ins nordöstliche Sachsen, wo die Polizei in den vergangenen Tagen ihre Suche konzentrierte. Sie durchforstete Tag und Nacht ein Waldstück in der Nähe des Ortes der Festnahme mit einem Großaufgebot und setzte dabei auch Hubschrauber, Wärmebildkameras und Spürhunde ein.

Allein am Dienstag waren mehr als 500 Beamte in dem Gebiet bei Großdubrau im Einsatz, wo am Samstag das Fluchtauto des 38 Jahre alten geistesgestörten Verbrechers sowie eine Schlafstätte entdeckt worden waren. Dabei war Schmökel der Polizei offenbar nur knapp entgangen. In dem unübersichtlichen Areal gibt es nach Polizeiangaben Ton- und Kiesgruben sowie unterirdische Röhren.

Der 1,92 Meter große Verbrecher war am 25. Oktober in Strausberg bei Berlin entkommen, als er seine Mutter besuchte. Bei der Flucht verletzte er einen Pfleger lebensgefährlich. Vermutlich hielt er sich über eine Woche in Strausberg in Wäldern und Gartenlauben versteckt.

Zuletzt war Schmökel 1995 zu 14 Jahren Haft wegen versuchten Mordes und mehrfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt worden. Als geistesgestörter Triebtäter war er in der geschlossenen Psychiatrie Neuruppin eingesperrt.

Aus Justizkreisen in Brandenburg hieß, Schmökel werde sicherlich nicht zurück in den Maßregelvollzug kommen. Unterdessen setzte die Staatsanwaltschaft in Neuruppin ihre Vorermittlungen in dem Fall fort. Sie prüfe weiter, ob die so genannten Lockerungsgenehmigungen der Ärzte für den in der Nervenklinik Neuruppin lebenden Triebtäter korrekt waren, sagte Sprecher Carlo Weber.