Polizeigutachten Pferde-Ripper könnte auch Kinder töten
Hamburg - Detlef Ehrike vom niedersächsischen Landeskriminalamt sagte der "Bild am Sonntag": "Er wird es wieder tun. Und es könnte sein, dass er seine Vorgehensweise ändert und beim nächsten Mal einen Menschen als Opfer auswählt - womöglich ein Kind."
Viele Serienmörder sagten nach ihrer Verhaftung aus, sie hätten ihre Gewaltfantasien zuerst an Tieren ausgelassen. Sicher sind sich die Ermittler, dass auch die beiden vor wenigen Tagen im niedersächsischen Velpke bei Helmstedt getöteten Pferde auf das Konto des Serientäters gehen. In den Jahren 1999 und 2000 hat der "Pferde-Ripper" insgesamt 57 Pferde mit einem Schlachtermesser aufgeschlitzt, davon starben in dieser Zeit 40 Tiere.
Nachdem in den Jahren 2001 und 2002 keine neuen Fälle gemeldet wurden, habe die Polizei gehofft, der Täter habe sich zur Ruhe gesetzt. Doch nun hat er wieder zugeschlagen. Da sind sich die Ermittler sicher. Der Schlächter habe dasselbe Schnittmuster wie früher benutzt, sagte Ehrike. "Wir haben keinen Zweifel, dass die Taten in Velpke dem Pferde-Ripper zuzurechnen sind." "Der Täter muss etwas von Pferden verstehen. Und er tötet sie so, dass sie langsam und qualvoll verbluten", erklärte der LKA-Beamte. "Offenbar genießt er es, dabei zuzuschauen."
Nach dem Täterprofil könnte der Täter ein relativ großer, muskulöser Mann sein. "Er lebt allein oder bei der Mutter, ist ein unscheinbarer und eher ängstlicher Typ", schreibt das Blatt. "Charakteristisch dürften seine Schwierigkeiten im Umgang mit Frauen sein." Pedantische Tatplanung, ein systematisches Handlungsmuster und beinahe chirurgische Präzision, gehörten ebenfalls zu den Eigenschaften des Mannes.
Die dreijährige Pause des Pferde-Rippers könnte nach Einschätzung der Ermittler durch eine Haftstrafe begründet sein.