Los Angeles Porno-Industrie kündigt Klage gegen Kondompflicht an
Kondome: Zoff in der Porno-Branche
Foto: Oliver Berg/ dpaLos Angeles - Die Porno-Industrie von Los Angeles will gerichtlich gegen einen Bürgerentscheid für eine Kondompflicht bei Dreharbeiten vorgehen. Die Vorschrift, für die am Dienstag die Mehrheit der Bürger des Bezirks Los Angeles gestimmt hatte, sei unhaltbar, teilte die Free Speech Coalition mit, die sich selbst als Verband der "Industrie für Erwachsenen-Produkte und -Unterhaltung" bezeichnet.
Eine gesetzliche Kondompflicht verstoße gegen verfassungsmäßige Grundrechte, schreibt die Organisation. Außerdem stehe es nicht der Bezirksregierung, sondern dem Bundesstaat Kalifornien zu, Regeln für die Porno-Produktion aufzustellen. Die US-Porno-Industrie ist hauptsächlich im San-Fernando-Tal nördlich von Los Angeles angesiedelt und setzt jedes Jahr viele Millionen Dollar um. Die Branche fürchtet, dass sich Filme durch die Kondompflicht schlechter verkaufen.
Parallel zu den US-Präsidentschafts- und Kongresswahlen hatten am Dienstag die Bürger des Bezirks von Los Angeles über die Kondom-Initiative abgestimmt. 55,9 Prozent der Bürger votierten für die Pariser-Pflicht. Die Aids Healthcare Foundation, die zu den Initiatoren der Abstimmung gehört, begrüßte das Ergebnis. Es sei ein "bedeutendes Referendum zum Thema sicherer Sex", sagte der Stiftungsvorsitzende Michael Weinstein der "Los Angeles Times".
Vergangenes Jahr hatten die kalifornischen Porno-Produzenten ihre Dreharbeiten vorübergehend aussetzen müssen, nachdem ein Darsteller HIV-positiv getestet worden war.