Positives Testergebnis Boris Becker und sein Wimbledon-Baby
München - Welch ein Winter für "Bobbele"! Der 33 Jahre alte Tennisstar Boris Becker hatte noch bis Anfang Dezember ein Vorzeigeleben: Beruflicher Erfolg, eine schöne Frau und zwei niedliche Kinder. Zwei Monate später ist er geschieden, hat eine rappende Geliebte und noch ein Kind mehr: "Samenraub" statt Familienidyll. Boris Becker ist "drin" - im absoluten Chaos.
In einem kurzen Schreiben gab er am Mittwoch zu, der Vater der kleinen Anna zu sein, mit deren Mutter, dem Londoner Model Angela Ermakova, er im Sommer 1999 eine kurze Affäre hatte. Dies hatte ein von Becker veranlasster Vaterschaftstest ergeben: "Ich übernehme die Verantwortung und werde für die kleine Anna sorgen."
Mit einer ähnlich kurzen Mitteilung hatte der Liebling der Nation am 5. Dezember die Deutschen schockiert: "Seit geraumer Zeit haben wir feststellen müssen, dass unsere Auffassungen über die Prioritäten unserer Beziehung zu unterschiedlich sind", hieß es reichlich kryptisch in einem Fax, in dem der Tennisstar die Trennung von seiner Frau Barbara bekannt gab. "Boris und Babs", das deutsche Traumpaar und strahlender Mittelpunkt zahlreicher Promi-Partys, war von da an Geschichte. Sieben Jahre hatte die Ehe gehalten.
Anfangs war von Scheidung noch keine Rede. Wohl aber von einer angeblichen Affäre mit der HipHop-Sängerin Sabrina Setlur, die von beiden Seiten energisch bestritten wurde. Als sei das noch nicht genug, meldete sich alsbald die in London lebende Russin Ermakova, die versicherte, ihr rothaariges Baby sei die Tochter von Boris.
Zunächst ungläubig, musste die staunende Nation erleben, dass Boris einem Vaterschaftstest zustimmte, während Deutschlands größtes Boulevardblatt die Geschichte vom ominösen "Samenraub" beisteuerte.
Zu staunen gab es noch mehr: Wie Barbara in einem erbitterten Rosenkrieg um Beckers Millionen kämpfte, wie Boris vor einem Gericht in Florida einem Schuljungen gleich zusammengestaucht wurde, wie schnell in Promi-Kreisen eine Scheidung durchgezogen werden kann, wie Sabrina Setlur eine Schwangerschaft angedichtet wurde, wie die Affäre mit der Rapperin zur Gewissheit wurde, wie plötzlich ein "dicker Daniel" an Barbaras Seite auftauchte; kurz: wie sich der Strahlemann der Nation zur Lachnummer degradierte.
Obwohl: Wie eine Umfrage der Zeitschrift "Bunte" von Mitte Januar belegt, hat der Scheidungskrieg das Ansehen des dreimaligen Wimbledonsiegers nicht wirklich beschädigt. Dieser Ansicht waren immerhin 47 Prozent der Befragten. In seinem Vaterschafts-Fax vom Mittwoch hat Becker auch gesagt: "Ich hoffe, dass mit dieser Erklärung sämtliche Spekulationen der letzten Wochen beendet sind."
Lisa Arns, AP