Hunde-Training für Postboten: Sicherheit auch ohne Leckerlis
Hund contra Postbote Training fürs Duell am Gartenzaun
Blankenfelde-Mahlow - Leckerlis in der Hosentasche können helfen. Angebracht sind aber eher Mittel, die nichts mit Bestechung zu tun habe: langsame Bewegungen beispielsweise und eine ruhige Stimmlage. Wenn Postboten bei ihrer Arbeit auf Hunde treffen, ist das richtige Verhalten oft essentiell.
Um besser gewappnet zu sein, traten am Montag rund 30 Briefträger aus Brandenburg zu einem Training zum Umgang mit Hunden an. "Das Kernproblem bei Postboten ist, dass sie in das Revier des Hundes eindringen - und sie tun es immer wieder", erklärte Hundetrainer Jörg Ulbricht. "Glaubt der Hund nach dem ersten Zusammentreffen noch, er habe den Menschen erfolgreich verjagt, besitzt dieser die Frechheit, am nächsten Tag wiederzukommen."
In seinem Seminar gibt Ulbricht den Zustellern per Power-Point-Präsentation Regeln mit: Unter anderem empfiehlt der Trainer, Hände und Gegenstände am Körper zu halten und im Fall einer Attacke sofort ruhig stehenzubleiben. Dann geht's raus zur Praxis mit den beiden Schäferhunden Astor und Ziro sowie Collie-Mischling Dolly.
Jedes Jahr endet für rund 1800 Postboten die Begegnung mit einem Hund schmerzhaft. "Vor allem im ländlichen Regionen sind die Briefzusteller öfter mit Hunden konfrontiert", sagte Postsprecher Rolf Schulz. In der Stadt halte sich der Vierbeiner eher hinter der Wohnungstür auf - weit vom Briefkasten entfernt.
In etwa 500 Fällen pro Jahr erwischt es die Boten nach Angaben ihres Arbeitgebers derart schlimm, dass sie mindestens drei Tage krank sind. Die Deutsche Post bietet darum seit mehreren Jahren für ihre etwa 86.000 Briefzusteller bundesweit Trainings an.