Postume Gerechtigkeit: Hingerichteter Ire wird nach 166 Jahren begnadigt - DER SPIEGEL
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Postume Gerechtigkeit Hingerichteter Ire wird nach 166 Jahren begnadigt

John Gordon starb 1845 am Galgen: Er war der letzte, der im Bundesstaat Rhode Island hingerichtet wurde. Juristen und Historiker fanden heraus, dass der Prozess fehlerhaft war. Nun will der Gouverneur den Iren postum begnadigen.
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Providence - Mehr als 160 Jahre nach der Hinrichtung eines irischen Einwanderers in Rhode Island begnadigt der US-Staat den Mann. John Gordon wurde 1845 gehängt, weil er den Bruder eines Senators getötet haben soll. Seither wurde niemand mehr in Rhode Island hingerichtet, die Todesstrafe ist formell seit 1984 abgeschafft.

Juristen und Historiker sind inzwischen zu der Ansicht gelangt, dass der Prozess gegen Gordon fehlerbehaftet war. Der Ire sei aufgrund von Indizien verurteilt worden, außerdem habe das Verfahren im Zeichen weitverbreiteter Vorurteile gegenüber irischen Katholiken gestanden.

Das Parlament von Rhode Island erließ deshalb ein Gesetz, mit dem Gouverneur Lincoln Chafee aufgefordert wurde, Gordon zu begnadigen. Eine entsprechende Proklamation wollte Chafee am Mittwoch im Old State House der Hauptstadt Providence unterzeichnen, wo Gordons Prozess stattfand.

bim/dpad