Pressestimmen: "Der Papst im Land des Papstes" - DER SPIEGEL
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Pressestimmen "Der Papst im Land des Papstes"

Die Ankunft von Papst Benedikt XVI. in Polen beherrscht die Titelseiten aller großen Tageszeitungen im Land. Und auch anderswo in Europa wird die Reise des Pontifex aufmerksam verfolgt.
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Hamburg - "Heiliger Vater, willkommen in Polen", titelt die Zeitung "Rzeczpospolita", und schreibt weiter: "Für uns Polen kann diese Pilgerreise ein symbolischer Abschluss des Pontifikats von Johannes Paul II. sein. Für Benedikt XVI. wird sie die erste Gelegenheit sein, stärker aus dem Schatten seines Vorgängers heraus zu treten", schrieb das Blatt.

"Der Papst im Land des Papstes", lautet die Schlagzeile der Tageszeitung "Dziennik"und auf der ersten Seite der "Zycie Warszawy" heißt es: "Ganz Polen wartet auf den Papst." Mit einem lächelnden Papst Benedikt und der Schlagzeile "Willkommen in der Heimat von Johannes Paul" machte die Boulevardzeitung "Super Express" am Ankunftstag des Papstes auf.

Die französische Zeitung "La Provence" kommentiert den Besuch wie folgt: "Es handelt sich nicht um eine gewöhnliche Papstreise. Mit der Fahrt nach Polen in das Land seines verehrten Vorgängers macht Benedikt XVI. eine symbolische Geste. Als der feine Theologe, der er ist, will Benedikt XVI. zeigen, dass er nach einer Zeit des Einarbeitens endlich bereit ist, mit seinen eigenen Flügeln zu fliegen. Dass er seinen eigenen Stil und die großen Handlungslinien der Kirche in den kommenden Jahren ausdrücken kann."

Die ungarische Zeitung "Nepszabadsag" schreibt: "In den ersten beiden Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg redeten deutsche und polnische katholische Bischöfe kein Wort miteinander. Dem Anti-Kommunismus geschuldeter strategischer Weitblick fegte schließlich dieses Misstrauen hinweg. Deutsche Bischöfe sollen bei der Wahl des Polen Karol Wojtyla zum Papst Johannes Paul II. eine enorme Rolle gespielt haben. Dieser wiederum bestellte Josef Ratzinger, den heutigen Benedikt XVI., an die Spitze der mächtigen Kongregation für Glaubensfragen. Diesen mag es als Oberhirten, der in doktrinären Fragen ähnlich unbeweglich ist wie sein früherer "Chef", mit einer gewissen Befriedigung erfüllen, dass er nun, wenn er auch nicht ganz in die Fußstapfen seines Vorgängers zu treten vermag, Europas vielleicht letzte Hochburg des traditionellen Katholizismus besucht."

Die französische Zeitung "L'Union"ist gespannt, wie eigenständig sich der Papst in Polen präsentieren wird: "Um zu verstehen, wer er wirklich ist, wird man jeden seiner Blicke und Gesten beobachten müssen, wenn er im Konzentrationslager das Tor der Schande durchschreitet, vor der Todesmauer Halt macht oder an der Schwelle des Krematoriums steht. Dies ist keine einfache Kopie der Reise von Johannes Paul II. in sein Land. Selbst wenn die beiden Päpste vieles gemeinsam haben, so ist doch der eine nicht der Klon des anderen. Man achte lieber auf die Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen dem Philosophen und dem Theologen, als nach ein und derselben Identität zu forschen. "

chs/dpa