Promihochzeit Cruise und Holmes unter der Haube
Bracciano/Rom - Fünf Monate nach der Trauung seiner Ex-Frau Nicole Kidman mit dem Country-Sänger Keith Urban waren alle Augen und Kameras auf die angekündigte Traumhochzeit gerichtet. Bereits seit dem frühen Morgen harrten Hunderte von Fans und Journalisten vor dem Schloss aus, um die Ankunft von Cruise und Holmes und der illustren Gäste wie Richard Gere und Jennifer Lopez nicht zu verpassen.
Der 44-jährige Filmstar und seine 27-jährige Braut hatten die Details der Trauung wie ein Staatsgeheimnis gehütet; nicht einmal die genaue Uhrzeit wollten sie bekanntgeben. Auch der Sprecher von Cruise gab zu den Details der Zeremonie keine Auskunft.
Der italienische Nachrichtensender TG24 berichtete, die Zeremonie nach dem Ritus der umstrittenen Scientology-Sekte habe 15 Minuten gedauert, anschließend habe Star-Tenor Andrea Bocelli ein Ständchen gegeben. Bocelli hatte dem Sender zuvor gesagt, als Katholik könne er nicht während einer Feier nach den Vorstellungen von Scientology singen.
Für das kleine Dorf vor den Toren Roms war es das Mega-Ereignis des Jahres: Alle Fenster mit Blick auf das mittelalterliche Castello von Bracciano waren ausgebucht. Ein Klofenster sei für 800 Dollar vom amerikanischen TV-Sender Fox gebucht worden, heißt es. Verdienen will auch die Gemeinde: 1000 Euro Fotogebühr sind fällig, so sollen die Unkosten gedeckt werden.
Doch selbst die kurzfristig gestiegene Parkgebühr von 100 Euro konnte Medien und Schaulustige nicht abschrecken: Rund tausend Zaungäste harrten seit dem Morgen am Fuße der Burg aus, um einen Blick auf das Brautpaar und seine illustren Gäste zu werfen, darunter Brad Pitt und Angelina Jolie, David und Victoria Beckham, Jennifer Lopez und Marc Anthony, Jim Carrey, Brooke Shields, Steven Spielberg sowie John Travolta.
Doch während sich die Stars am Vortag noch problemlos beim Shoppen und Vorfeiern in Rom begutachten ließen, verbargen sie sich am Samstag hinter den verdunkelten Fenstern der Luxuskarrossen. Mit gigantischen Teleobjektiven versuchten Fotografen Blicke in das Innere der Wagen zu erhaschen. Einzig Andrea Bocelli, Italiens blinder Startenor, der für das Brautpaar singen sollte, lächelte freundlich aus dem herabgekurbelten Wagenfenster.
Nach stundenlangem Warten dann am Nachmittag endlich die erste Aufregung: Der Wagen mit Katie Holmes fährt vor, die 27-jährige Schauspielerin steigt mit ihrer sieben Monate alten Tochter Suri aus, erscheint dann noch einmal im ärmellosen, schwarzen Kleid kurz an einem Fenster des Castellos und blickt auf die im strömenden Regen Wartenden herunter.
Nach nochmaligem zweistündigen Ausharren konnten die Zaungäste einen kurzen Blick auf Cruise werfen. Er wurde in einer schwarzen Limousine vorgefahren - hatte sich aber noch nicht in Schale geworfen: unrasiert, im sportlichen Hemd, darüber ein Pullover.
Monatelang hatte der 44-jährige Hollywoodstar öffentlich seine Liebe zu Holmes zelebriert. Seine Hochzeit aber behandelte er wie ein Staatsgeheimnis. Informationen gab es nur häppchenweise, dafür umso mehr Gerüchte über die Zeremonie nach den Regeln der Scientology-Sekte. Dem Sprecher der Organisation zufolge handelt es sich um eine relativ traditionelle Angelegenheit. "Der Vater der Braut führt seine Tochter zum Altar." Dem Mann wird anderem das Versprechen abgenommen, für die noch so profanen Bedürfnisse seiner künftigen Ehefrau zu sorgen. Ferner muss der Mann versichern, seine Frau "zu behalten, ob gesund oder krank". "Und wenn sie älter sein wird, wirst Du sie behalten?", setzt der Leiter der Zeremonie nach. 6000 Kerzen werden den Saal erhellen, um Mitternacht soll es ein Feuerwerk geben. Nur ein Fernsehsender sowie drei US-Magazine sollen Rechte an Bildern besitzen - für fünf bis zehn Millionen Dollar erkauft, wie es heißt.
Die Stadt Bracciano, 37 Kilometer nördlich von Rom, hat sich mit aufwändigen Sicherheitsmaßnahmen auf die Hochzeit vorbereitet. Mehr als 200 Kräfte von Polizei, Carabinieri und Zivilschutz waren im Einsatz. Sogar Scharfschützen wurden positioniert. Ihre Zahl gab der Sprecher mit "mehr als zehn" an. Die Stadt wurde für den Verkehr gesperrt, dafür wurden Shuttlebusse eingesetzt.
reh/ler/dpa/AP/ddp/AFP