Prominente Langfinger: Depressive Kleptomanen - DER SPIEGEL
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Prominente Langfinger Depressive Kleptomanen

Ein Gang durchs Kaufhaus, ein Griff ins Regal, dann schnell in die Tasche. Manche Menschen können einfach nicht widerstehen. Oft sind es Prominente, die trotz des nötigen Kleingelds von Ladendetektiven beim Klauen erwischt werden.
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Wenn wohlhabende Prominente auf Klautour gehen, steckt oft ein krankhaften Drang dahinter, erklärt Martin Leonhardt von der forensischen Psychiatrie und Psychotherapie der Uni Tübingen gegenüber der Deutschen Presseagentur. "Sie haben das Gefühl, sie müssen das tun", sagte der Wissenschaftler. Grund für das Verhalten seien oft Depressionen. "Die Menschen möchten schmerzhafte, depressive Gefühle abwehren, indem sie gegen Regeln verstoßen, sich sozusagen etwas Gutes tun."

Nur noch wenige Psychologen halten Kleptomanie für einen Ersatz für sexuelle Befriedigung. Sie trete vielmehr bei verschiedenen Konfliktsituationen auf, etwa nach dem Gefühl, ungerecht behandelt worden zu sein, oder nachdem ein Vorhaben gescheitert sei.

In die Reihe der prominenten Langfinger reihen sich neben der nun überführten Hollywood-Schauspielerin Winona Ryder der ehemalige "Wetten, dass..."-Moderator Wolfgang Lippert ein, der ertappt wurde, als er im Baummarkt eine Zange einschob, die Tennisspielerin Jennifer Capriati, die wertlosen Schmuck klaute, Ex-Spice-Girl Garry Halliwell, die Puppen gestohlen haben soll, und die Ex-PDS-Fraktionschefin, Catharina Muth, die Wimperntusche mitnahm.