Protestanten-Status Vatikan-Papier verärgert deutsche Kirchenführer
Sibiu - Der im Juli veröffentlichte Text der Glaubenskongregation sei "ungeschickt formuliert", sagte Kasper heute bei der Ökumenischen Versammlung, Er sagte, er sei von Anfang an gegen diesen Halbsatz gewesen und hätte Varianten wie "nicht im gleichen Sinn" oder "nicht in unserem Sinn" bevorzugt, sagte Kasper.
Auch von Seiten der Protestanten gab es Reaktionen: Bischof Wolfgang Huber, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), sagte in diesem "verkürzten Halbsatz steckt etwas Planmäßiges, was mich bekümmert". Dadurch sei das Dokument "ökumenisch belastend". "Wir sollen uns nicht wechselseitig das Kirchesein abstreiten", mahnte Huber.
Papst Benedikt XVI. erklärte in einer Botschaft an das Treffen, dass "die gemeinsamen Wurzeln viel tiefer liegen als unsere Spaltungen". Protestanten sind keine Kirchen sondern kirchliche Gemeinschaften.
Kasper erklärte, der kritisierte Satz habe lediglich Unterschiede zwischen katholischen und nicht-katholischen Formen der Glaubensvermittlung verdeutlichen sollen. Er bedauerte, dass die Kongregation mit "nicht im eigentlichen Sinn", eine alte Formel wieder aufgenommen habe. Er forderte aber alle Christen auf, die Differenzen zwischen den Konfessionen nicht zu verschweigen, denn eine "Kuschel- und Schummelökumene" helfe nicht weiter.
Grundsätzlich sei die Ökumene nicht gefährdet, betonten beide Kirchenführer. Sie sei aber "kein Naturgesetz", sondern müsse gestaltet werden, sagte Huber. Er erinnerte daran, dass deutsche Katholiken und Protestanten sich erst am 29. April dieses Jahres auf die gegenseitige Anerkennung der Taufe geeignet hätten.
reh/dpa