Prozess: Hundertfacher Missbrauch der eigenen Kinder - DER SPIEGEL
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Prozess Hundertfacher Missbrauch der eigenen Kinder

In Frankreich beginnt heute der größte Pädophilen-Prozess in der Justizgeschichte des Landes. 66 Frauen und Männer müssen sich wegen sexuellen Missbrauchs und Zwangsprostitution verantworten. Ihre Opfer: die eigenen Kinder. Ermittler bezeichneten die Brutalität der Übergriffe als "unaussprechlich".
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Angers - Die insgesamt 45 Opfer, zur Tatzeit zwischen sechs Monate und zwölf Jahre alt, erlebten von Januar 1999 bis Februar 2002 Gruppenvergewaltigungen und schwere Übergriffe, die Polizeibeamte und Anwälte als "unaussprechlich" bezeichneten. Die Angeklagten - 39 Männer und 27 Frauen - müssen sich wegen hundertfachen sexuellen Missbrauchs an Kindern verantworten. Die Mehrzahl der Angeklagten lebt von Sozialhilfe, drei sind wegen sexueller Delikte vorbestraft. Zu ihrer Verteidigung stehen 51 Anwälte bereit.

Laut Anklageschrift wurden die Minderjährigen für Nahrungsmittel, Zigaretten oder Geld buchstäblich verkauft. Im Zentrum des Prozesses stehen die Eltern zweier Mädchen im Alter von drei und vier Jahren. Sie sollen ihre Töchter mindestens 25 Erwachsenen zum Missbrauch überlassen haben. Das Paar soll außerdem 18 weitere Kinder an einen 38-jährigen Maurer "verkauft" haben. Kenner der 25.000 Seiten umfassenden Akten bezeichnen die mutmaßlichen Vorfälle in der Wohnung des Ehepaares aus Angers als "widerlich" und "abstoßend". Das Gericht hat den neun Juroren und ihren acht Vertretern bereits psychologische Unterstützung zugesagt.

Den Angaben zufolge sind die meisten der Angeklagten geständig - ihnen droht eine Haftstrafe von drei Jahren bis zu lebenslänglich. Der Prozess wird voraussichtlich vier Monate dauern und eine Million Euro kosten. Das Urteil wird für Ende Juni erwartet.