Prozess: Junge in Tiefkühltruhe verstaut - DER SPIEGEL
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Prozess Junge in Tiefkühltruhe verstaut

Über ein Jahr hatte eine Sonderkommission der Polizei nach einem verschwundenen Jungen gefahndet - vergeblich. Dann fand ein Vermieter seine Leiche in einer abgetauten Tiefkühltruhe. Nun wird dem Mieter der Prozess gemacht.
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Dorsten - Am 2. September vergangenen Jahres wurde die Leiche des spurlos verschwundenen Ali aus Dorsten in Nordrhein-Westfalen gefunden. Ein Vermieter öffnete bei Räumungsarbeiten in einer Dachgeschosswohnung eine abgetaute Tiefkühltruhe. Darin fand der entsetzte Mann die verweste Kinderleiche.

Vom kommenden Montag an muss sich ein 25-Jähriger wegen Mordes und Kindesmissbrauchs in Essen vor Gericht verantworten. Der arbeitslose Gärtner soll Ali am 19. Juli 1999 sexuell missbraucht, bis zur Leblosigkeit gewürgt und dann erdrosselt haben. Das Urteil gegen den geständigen Dorstener soll bereits am nächsten Mittwoch verkündet werden.

Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass der Zehnjährige seinem Peiniger mit Konsequenzen gedroht hatte. Nach der Würgeattacke soll der mutmaßliche Kinderschänder dem wehrlosen Opfer ein Stromkabel um den Hals gelegt und mit aller Kraft zugezogen haben. Bis zum Sommer 2000 lebte der Mann in der Tatort-Wohnung - wenige Meter neben der zunächst eingefrorenen Leiche. Einen Tag nach dem schockierenden Fund wurde der Ex-Mieter in Gladbeck festgenommen.

Seit Mai 2000 streunte der 25-Jährige ziellos durch die Gegend. Weil keine Mietzahlungen mehr eingingen, entschied sich der Hausbesitzer zur Räumung der Wohnung. Bei der Polizei gestand der ehemalige Bewohner den Sexualmord. Der kleine Ali, Sohn einer libanesischen Mutter und eines türkischen Vaters, hatte in einem Asylbewerberheim gelebt. Seinen vermeintlichen Mörder kannte der Junge schon länger; er soll oft mit dem Gärtner geredet und auch kleinere Geschenke von ihm bekommen haben. Kurz nach dem Verschwinden des Kindes galt Alis erwachsener Bekannter lediglich als Zeuge. Erst 13 Monate später klickten die Handschellen.