Prozess: Witwe Gsell gesteht Betrugsversuch - DER SPIEGEL
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Prozess Witwe Gsell gesteht Betrugsversuch

Der Prozess gegen Millionenerbin Tatjana Gsell hat mit einem Geständnis begonnen. In einer Erklärung, die Gsell von ihrem Anwalt verlesen ließ, räumte sie die Vorwürfe des versuchten Versicherungsbetrugs und des Vortäuschens einer Straftat ein.
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Nürnberg - Die 33-jährige Gsell bedauerte vor dem Amtsgericht Nürnberg-Fürth den Tod ihres Mannes. Es tue ihr auch Leid, dass sie ihren mitangeklagten Jugendfreund, einen Staatsanwalt aus Hof, mit in den fingierten Überfall vom 5. Januar 2003 hineingezogen habe.

Sie habe den Überfall auf ihren Mann, den damals 76 Jahre alten Nürnberger Schönheitschirurgen Franz Gsell, wegen ihrer äußerst angespannten finanziellen Situation fingiert. Durch den Diebstahl ihres 100.000 Euro teuren Autos habe sie an das Geld von der Versicherung kommen wollen. Bei der geplanten Übergabe des Wagens an eine Autoschieberbande im Januar 2003 war es zu Auseinandersetzungen gekommen. Dabei zog sich Franz Gsell Verletzungen zu, an denen er zwei Monate später starb.

Den mitangeklagten Staatsanwalt M. habe sie zum Mitmachen überredet, betonte Gsell. Ihren Angaben zufolge war M. am Tag des Verbrechens am Tatort, um das Geld entgegenzunehmen. Als die Autoübergabe scheiterte, habe er die Villa von Franz Gsell so präpariert, dass es nach einem Überfall aussah. Der Staatsanwalt wies die Vorwürfe hingegen zurück. "Ich hatte damit nichts zu tun", sagte der Angeklagte. Er bestritt, am Tattag in Nürnberg gewesen zu sein. Die Wohnung der Gsells habe er nie betreten.

Ursprünglich hatte das Amtsgericht Nürnberg einen Strafbefehl über 72.000 Euro gegen Tatjana Gsell erlassen. Dagegen hatte sie Einspruch eingelegt und steht nun deswegen vor Gericht. Gsell wirkte bei ihrem heutigen Auftritt gut erholt. In der vergangenen Woche hatte sie nach einem Kreislaufkollaps die Teilnahme an der ProSieben-Show "Die Alm" kurzfristig abgesagt. Nachdem sie minutenlang geduldig vor Dutzenden von Kameras posiert hatte, sagte sie: "Ich hoffe, dass das bald vorbei ist".