Prozessauftakt: Geiselnehmer von Wrestedt vor Gericht - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Prozessauftakt Geiselnehmer von Wrestedt vor Gericht

Im April hielt eine Geiselnahme 22 Stunden lang die Öffentlichkeit in Atem. Nach einem Banküberfall rasten damals drei Männer mehr als 1600 Kilometer mit zwei weiblichen Geiseln quer durch Europa. Nun stehen die drei vor Gericht.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?



Lüneburg - Vor dem Landgericht Lüneburg wurde der Prozess gegen die drei Angeklagten im Alter zwischen 22 und 26 Jahren am Dienstag eröffnet. Ihnen werden Geiselnahme, räuberische Erpressung und erpresserischer Menschenraub vorgeworfen.

Begonnen hatte die Geiselnahme am 2. April, als die Sparkasse in Wrestedt bei Uelzen überfallen wurde. Mit rund 240.000 Euro flüchteten die Männer mit zwei Bankangestellten als Geiseln und gaben erst nach einer 22-stündigen Fahrt in der Ukraine auf.

Die drei Aussiedler mit deutscher Staatsbürgerschaft waren nach Angaben der Polizei mit zwei großkalibrigen Waffen und drei Polizeipistolen bewaffnet, die sie den nach Wrestedt geeilten Polizisten abgenommen hatten. Während der Verfolgungsjagd schossen sie mehrmals in die Luft - verletzt wurde allerdings niemand. Auch die beiden 25 und 39 Jahre alten weiblichen Bankangestellten kamen mit einem Schrecken davon.