Prozessauftakt: Mehmet wieder in München - DER SPIEGEL
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Prozessauftakt Mehmet wieder in München

Der 15-jährige Serienstraftäter Mehmet ist in München eingetroffen, um drei Tage lang an seinem Prozess teilzunehmen. Das Verwaltungsgericht wird darüber entscheiden, ob Mehmet im November 1998 rechtmäßig in die Türkei abgeschoben worden ist.
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München - Unmittelbar nach seiner Ankunft am Münchner Flughafen wurde Mehmet völlig abgeschirmt zu seinem geheim gehaltenen Quartier gebracht.

In Begleitung seines älteren Bruders kam der 15-Jährige am Vormittag an. An der Gangway holten ihn Beamten des Bundesgrenzschutzes (BGS) und sein Anwalt Alexander Eberth ab und fuhren ihn zu seiner Unterkunft. Sein Anwalt hatte bereits im Vorfeld erklärt, dass er den Medienrummel möglichst vermeiden wolle. Denn es sei für die Entwicklung des Jugendlichen nicht gut, wenn er fast wie ein Star empfangen werde.

Der Fall von Mehmet, wie der Jugendliche aus Datenschutzgründen genannt wird, gilt als Präzedenzfall. Mehmets Anwalt Eberth macht in dem Prozess geltend, dass die Abschiebung eines Jugendlichen, dessen türkische Eltern unbescholten in München leben, gegen den im Grundgesetz verankerten Schutz der Familie verstoße.

Mehmet hatte bereits vor seinem 14. Geburtstag mehr als 60 Straftaten begangen, konnte dafür aber als noch Strafunmündiger nicht belangt werden. Wegen eines erneuten Raubüberfalls, den er als 14-Jähriger beging, wurde er zu einem Jahr Haft ohne Bewährung verurteilt. Bevor das Urteil rechtskräftig wurde, schoben die Behörden Mehmet in die Türkei ab.

Mehmet wird von seinem früheren Sozialbetreuer rund um die Uhr begleitet. Der Prozess soll unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Am Freitagnachmittag muss Mehmet wieder ausreisen. Das Urteil soll erst zu einem späteren Zeitpunkt ergehen und den Beteiligten schriftlich zugestellt werden.