Prozessbeginn: Mord an einem lebensmüden Freund - DER SPIEGEL
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Prozessbeginn Mord an einem lebensmüden Freund

Drei Jugendliche müssen sich vor dem Landgericht in Mönchengladbach verantworten, weil sie ihren gemeinsamen Freund umgebracht haben. Trotz eines Geständnisses sind sich die drei laut Kripo keiner Schuld bewusst, weil das Opfer sie um Hilfe bei seinem geplanten Selbstmord gebeten hatte.
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Mönchengladbach - Die Jugendlichen zwischen 16 und 20 Jahren hatten die Bluttat bei der Polizei bereits in vollem Umfang gestanden. Demnach hatten die drei Angeklagten ihren Freund im Juli 1999 in ein Waldstück begleitet. Der Pole hatte seine Freunde zuvor gebeten, ihn bei seinem geplanten Selbstmord zu unterstützen. Als Grund für seinen Wunsch hatte er familiäre Probleme und seine Arbeitslosigkeit angegeben.

Nachdem sich der 19-Jährige von seinen Freunden verabschiedet hatte, würgte der Hauptangeklagte den Polen zunächst mit bloßen Händen. Zu diesem Zeitpunkt soll das Opfer wieder um sein Leben gefleht haben. Dennoch ließ sich der 20-Jährige von der jugendlichen Mitangeklagten den Hosengürtel geben und drosselte den Polen bis zur Bewusstlosigkeit. Anschließend erschlug er das Opfer mit einem Stein, den seine beiden Freunde herbeigeschafft hatten.

Wenige Stunden später entdeckten Spaziegänger die blutüberströnte Leiche des Polen - daneben lag ein Abschiedsbrief des 19-Jährigen. Weil sich der junge Mann unmöglich selbst so schwer verletzt haben konnte, suchte die Polizei im Umfeld des Toten nach den Tätern. Bereits am nächsten Tag wurde das Trio festgenommen. Der ermittelnde Kripobeamte Friedhelm Schultz erklärte nach den Vernehmungen: "Sie sind sich einer Straftat überhaupt nicht bewusst." Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hatte der Hauptangeklagte herausfinden wollen, ob er fähig sei, einen Menschen zu töten.

Das Gericht schloss die Öffentlichkeit auf Antrag der Verteidigung von der Verhandlung aus, weil die Interessen der jungen Angeklagten geschützt werden müssten. Das Urteil soll ebenfalls in nicht öffentlicher Sitzung am kommenden Montag verkündet werden.