Prozesseröffnung: Mutter gestand dreifache Kindestötung - DER SPIEGEL
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Prozesseröffnung Mutter gestand dreifache Kindestötung

In Chemnitz hat eine vor Gericht angeklagte Mutter gestanden, ihre drei Babys kurz nach der Geburt getötet zu haben. Danach habe sie die toten Kinderkörper in Tüten gesteckt und sie in die Gefriertruhe ihrer Wohnung gelegt.
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Chemnitz - Im Prozess um die drei in einer Tiefkühltruhe im sächsischen Mühltroff entdeckten Babyleichen hat die Angeklagte nach einer Prozessunterbrechung gestanden. Ihr Anwalt verlas vor dem Landgericht Chemnitz eine entsprechende Erklärung. Die 28-Jährige sollte laut Anklageschrift die drei Babys jeweils nach ihrer Geburt zwischen August 1993 und Mai 1999 mit Knebeln beziehungsweise der Nabelschnur erstickt haben. Anschließend bewahrte sie die beiden toten Jungen und das tote Mädchen in ihrer Tiefkühltruhe auf. Ob auch gegen den Vater der Babys Anklage erhoben wird, will die Staatsanwaltschaft im Laufe des Prozesses entscheiden. Der Mann hatte bislang jegliche Beteiligung bestritten.

Kurz nach Verlesen der Anklageschrift wurde die Verhandlung auf Antrag der Verteidigung für mehrere Stunden unterbrochen. Der Anwalt der 28 Jahre alten Angeklagten wollte sich mit seiner Mandantin beraten, ob und wie sie sich zu den Vorwürfen einlassen wolle. Bisher hatte sie seit ihrer Festnahme Anfang Juni 1999 beharrlich geschwiegen. Die drei Babys wurden fast drei Monate nach ihrer Entdeckung Ende August auf einem Friedhof in Zeitz in Sachsen-Anhalt beerdigt. Die Familie hat zwei weitere Kinder, die nun in einem Heim leben.

Der Fall hatte im vergangenen Sommer bundesweit Aufsehen erregt. Die Frau war offensichtlich schwanger gewesen, dann aber in dem 2100-Einwohner-Ort im Vogtland nie mit einem Kinderwagen gesehen worden. Das jüngste der drei getöteten Babys kam laut Obduktionsergebnis im Mai 1999 auf die Welt. Die beiden anderen Leichen lagen zu der Zeit bereits jahrelang in der Kühltruhe. Die Frau war schon 1993 in Verdacht geraten. Bereits damals hatte die Polizei ermittelt und unter anderem eine Güllegrube in dem Ort leergepumpt. Die Ermittlungen waren aber eingestellt worden, weil die Staatsanwaltschaft keine konkreten Anhaltspunkte auf eine Straftat fand. Auch habe nicht nachgewiesen werden können, dass sie damals tatsächlich schwanger war, hatte es damals geheißen.