Prügelei Tod auf dem Schulhof
Wolfen - Die beiden Jungen sollen schon früher aneinander geraten sein, ergaben die bisherigen Ermittlungen. Heute eskalierte der Streit in der großen Pause auf dem Hof der Sekundarschule in Wolfen. Erst schlug der Ältere dem 16-Jährigen mit der Faust mehrfach ins Gesicht, dann trat er auf den am Boden Liegenden ein. Der Junge erlitt Hirnblutungen und Hirnquetschungen. Lebensgefährlich verletzt wurde der Junge per Hubschrauber in eine Spezialklinik nach Halle gebracht. Am Abend erklärten ihn Ärzte für hirntot.
Der Angreifer floh zunächst, stellte sich aber später der Polizei. Inzwischen sitzt er in Untersuchungshaft, wie mitgeteilt wurde. Das zuständige Amtsgericht Bitterfeld habe Haftbefehl wegen schwerer Körperverletzung erlassen.
Der Täter, der bis vor kurzem selbst die Schule besucht hatte, sei bisher als unauffällig, hilfsbereit und freundlich wahrgenommen worden. "Darum wäre es voreilig, der Schule, Lehrern oder Mitschülern unbesehen eine Mitschuld an dem Geschehen zuzuweisen", erklärte Sachsen-Anhalts Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz (parteilos). Er kündigte an, die Behörden würden der Schule zur Seite stehen. Solange es erforderlich sei, helfe ein Schulpsychologe den Schülern und Lehrern bei der Verarbeitung des Geschehenen.
"Dem Opfer, den Eltern und allen Leidtragenden gilt mein tiefes Mitgefühl. Eine solch aggressive Gewalttat macht mich traurig und ratlos", sagte der Minister. Die genauen Hintergründe der Tat seien unbekannt. Derzeit scheine es, als sei der Schulhof eher zufällig zum Tatort geworden.