Putzfrauen-Mord: Angeklagte sollen lebenslang hinter Gitter - DER SPIEGEL
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Putzfrauen-Mord Angeklagte sollen lebenslang hinter Gitter

Im Prozess um den Mord an drei Putzfrauen in Telgte hat die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft für die Angeklagten gefordert. Auch die Verteidigung der 21 und 31 Jahre alten Hauptbeschuldigten akzeptierte in ihrem Plädoyer die Forderung nach lebenslangen Strafen weitgehend.
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Münster - Die drei Frauen waren in der Nacht zum 29. Januar auf dem Parkplatz vor einem Fitness-Studio in Telgte bei Münster aus nächster Nähe mit Kopfschüssen getötet worden. Der mutmaßliche 21-jährige Todesschütze hatte schon bei seiner Festnahme die Schüsse als "Freundschaftsdienst" für den Ehemann eines der Opfer eingeräumt. Dessen schwangere 30-jährige Frau sollte sterben, weil sie seinen geplanten kriminellen Geschäften im Drogen- und Rotlichtmilieu im Wege stand. Ihre beiden 34 und 39 Jahre alten Kolleginnen wurden umgebracht, um die Ermittlungen der Polizei zu erschweren.

Die Staatsanwaltschaft forderte vor dem Landgericht Münster, wegen des "brutalen, grausamen und kaltblütigen Verbrechens" müsse das Gericht die "besondere Schwere der Schuld" feststellen. Damit wäre im Fall der Verurteilung der Hauptangeklagten zu lebenslanger Haft an eine Entlassung vor Ablauf von mindestens 15 Jahren nicht zu denken. Für einen 25-jährigen Mitwisser wurde eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren beantragt.

Die Verteidiger der beiden Hauptangeklagten gehen ebenfalls von einem Urteil aus, dass ihren Mandanten lebenslängliche Haftstrafen einbringt. Jedoch ist aus ihrer Sicht die besondere Schwere der Schuld nicht gegeben. "Jeder, der verurteilt wird, muss am Ende des Tunnels auch ein Licht sehen können", sagte der Verteidiger des Todesschützen. Der 21-Jährige habe aus Angst vor seinem Auftraggeber geschossen, nicht aus eigenem Antrieb.

Der Anwalt des 31 Jahre alten Drahtziehers unterstrich dessen schwierige Erziehung mit einem dominanten und gewalttätigen Vater. "Er wollte sich mit der Tat aus den Fängen des Vaters und der Familie befreien", sagte der Verteidiger des 31-Jährigen.

Alle Angeklagten und eines der Opfer sind Türken. Die Verteidigung erklärte, die kulturellen Hintergründe müssten berücksichtigt werden. Das Gericht will am Freitag nächster Woche sein Urteil sprechen.