Pyrenäen Ausgesetzte Bärin Palouma ist tot
Paris - Wahrscheinlich sei die 83 Kilogramm schwere vierjährige Braunbärin Palouma von einem hohen Felsen gestürzt, habe sich die Beine gebrochen und sei dann verendet, erklärte das Umweltministerium in Paris. Die Gendarmerie habe den Kadaver des Tieres gestern in den Bergen bei dem Ort Loudenvielle geborgen, hieß es.
Es sei aber noch nicht sicher, warum Palouma gestürzt ist. Zwar deuteten erste Untersuchungen auf einen Unfall hin, teilte das Umweltministerium mit. Es solle aber untersucht werden, ob das Tier von Bärenfeinden vorsätzlich in den Tod getrieben wurde.
Palouma war einer von insgesamt fünf slowenischen Bären, die im Mai in den französischen Pyrenäen ausgesetzt wurden. Die Aussetzung der Braunbären ist Teil eines europäischen Programms, mit dem vom Aussterben bedrohte Arten geschützt werden sollen.
Französische Umweltschützer forderten, Palouma umgehend durch eine neue Bärin aus Slowenien zu ersetzen. Die Partei Génération Ecologie äußerte den Verdacht, das bergerfahrene Tier sei Opfer eines "Attentats" geworden. Die französischen Behörden kündigten eine Autopsie an. Auch sollen die Daten des GPS-Senders, mit dem Palouma ausgestattet war, ausgewertet werden und so bei der Aufklärung helfen.
Der Verdacht, dass die Bärin in den Tod getrieben wurde, ist nicht ganz unbegründet: Schafzüchter hatten im Frühjahr heftig gegen die Aussetzung des Raubtieres protestiert. Bärengegner hatten sogar gedroht, die Tiere aus Slowenien zu töten. Ursprünglich wollte Paris sogar 30 statt 5 Braunbären aus dem osteuropäischen Land in den Pyrenäen aussetzen.
Auch Braunbär "Bruno" kam aus Slowenien. Das Tier hatte im Frühjahr im deutsch-österreichischen Grenzgebiet mehrere Tiere gerissen. Bruno hatte seine natürliche Scheu vor Menschen verloren und wurde Ende Juni von Jägern erschossen.
anr/dpa/Reuters