Queen Elizabeth trifft Papst Franziskus in Rom - DER SPIEGEL
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Papst Franziskus trifft Queen Elizabeth: Papst trifft Queen

Foto: STEFANO RELLANDINI/ REUTERS

Queen trifft Papst Relaxed in Rom

Sie kam zu spät, trug entgegen des Protokolls kein Schwarz und brachte einen Korb britischer Bioprodukte mit: Queen Elizabeth hat Pontifex Franziskus in Rom besucht - und nahm sich ein Beispiel an der päpstlichen Gelassenheit.
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Rom - Ein entspanntes Gipfeltreffen im Vatikan sollte es sein, informell und ohne viel Brimborium. Nur ihren Prinzgemahl Philip und eine kleine Delegation im Schlepptau kam Queen Elizabeth zu der ersten Begegnung mit dem Papst. Der Dresscode: verhältnismäßig casual.

Entgegen der Tradition kam die Königin von England von Kopf bis Fuß in Fliederfarben. Als Oberhaupt der anglikanischen Church of England gebührt es sich bei einem solchen Anlass eigentlich, in Schwarz und mit Schleier zu erscheinen. Der protokollferne Franziskus färbte offenbar auch auf die 87-Jährige ab.

Für die Begegnung mit der Queen hatte sich der Papst denn auch etwas Besonders einfallen lassen. Er erwartete sie nicht wie üblich im Apostolischen Palast über dem Petersplatz, sondern in einem kleinen päpstlichen Empfangsraum der modernen Audienzhalle. Sie kam, passend zum informellen Charakter, 20 Minuten verspätet vom Essen mit Italiens Staatschef Giorgio Napolitano an.

Lange war das Verhältnis zwischen England und dem Heiligen Stuhl nicht so familiär und herzlich gewesen wie heute. Doch Jorge Mario Bergoglio ist bereits der fünfte Pontifex, den Elizabeth seit ihrem Amtsantritt vor 62 Jahren persönlich getroffen hat. Mit Johannes Paul II. kam sie sogar mehrfach zusammen. Es sind vor allem diese Begegnungen, durch die sich die Beziehungen zwischen Anglikanern und Katholiken entwickelt haben. 2010 hatte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi nach einem Treffen der Queen und Papst Benedikt XVI. erfreut festgehalten: Stürmisch war nur der Wind.

Unabhängig jedoch von Ökumene-Gedanken saßen sich bei der Audienz nun Kirchenführer gegenüber, die starken Glaubens sind und vieles gemeinsam haben. Daneben jedoch auch "zwei Menschen, die der Welt viel zu sagen haben", wie der britische Botschafter beim Heiligen Stuhl, Nigel Baker, treffend formulierte.

Nachdem Franziskus international mit seinen Reformgedanken Schlagzeilen macht, schien es höchste Zeit, dass sich die beiden begegnen. Ein für 2013 geplantes Gespräch hatte die Queen wegen einer Magen-Darm-Grippe absagen müssen. Über die Inhalte des Treffens hinter verschlossenen Türen wurde zwar nichts bekannt. "Die Queen wird von Franziskus erfahren wollen, wie er die Rolle des Glaubens in der Welt des 21. Jahrhunderts sieht", sagte Baker jedoch.

Eine knappe halbe Stunde dauerte der Plausch. Für den Urenkel der Monarchin gab's noch ein Geschenk: Der Papst übergab der Queen für Prinz George einen kleinen blauen Globus, versehen mit einem christlichen Kreuz. Er erhielt von der Königin einen Korb gefüllt mit britischen Bioprodukten.

von Hanns-Jochen Kaffsack, dpa/gam