Quickborn Sturzbetrunkene lösen SEK-Einsatz aus
Quickborn - In der Nacht hatte ein 17-Jähriger bei der Polizei angerufen und behauptet, acht Menschen in seiner Gewalt zu haben, für die er einige Millionen Euro Lösegeld forderte. Würden seine Forderungen nicht erfüllt, werde es sie in die Luft sprengen, berichtete ein Sprecher der Polizei Pinneberg am Morgen. Zunächst habe er von vier Millionen Euro gesprochen, die vor der Haustür abgestellt werden sollten. "Später hat er 40 Millionen Euro und einen schwarzen Ferrari mit Automatik-Getriebe verlangt", sagte der Sprecher. Auch bei Nachbarn habe der Mann geklingelt und mit Bombenexplosionen gedroht.
Die Polizei stufte die Gefahr als so groß ein, sodass ein Sondereinsatzkommando anrückte. Als schließlich einer der vermeintlichen Geiselnehmer das Haus verließ - angeblich um Zigaretten zu holen - griffen die Beamten zu und stürmten die Wohnung. Doch laut Polizei fanden sie dort weder Geiseln noch eine Bombe - sondern nur einen 28-Jährigen, der volltrunkenen auf dem Sofa schlief.
Auch der Mann, der auf der Straße überwältigt worden war, stand offenbar unter Alkoholeinfluss. Die beiden Männer, es soll sich um Lebenspartner handeln, wurden in Polizeigewahrsam genommen. Gegen den 17-Jährigen wird wegen Vortäuschung einer Straftat und Missbrauchs von Notrufeinrichtungen ermittelt. Welche Rolle der ältere der beiden Männer spielte, ob er Opfer oder Mittäter war, ist noch nicht geklärt.