Radar-Skandal 58 ehemalige Soldaten tot?
Berlin - Seit Bekanntwerden des Strahlen-Skandals im Frühjahr hätten sich bereits mehr als 300 von Verstrahlung Betroffene beim Bund zur Unterstützung Radargeschädigter gemeldet, darunter auch Soldatenwitwen, berichtet die "Bild"-Zeitung. Nach deren interner Statistik seien inzwischen 158 Fälle von Krebserkrankungen bei ehemaligen Bundeswehr-Radartechnikern lückenlos belegt.
Genannt werden unter anderem 31 Fälle von Leukämie, 25 Fälle von Hodenkrebs und 22 Hirntumore. Als Ursache für die Krebserkrankungen gelte nach bisherigen Erkenntnissen, dass sie oftmals über viele Jahre schutzlos Mikrowellen- und Röntgenstrahlen der Radaranlagen ausgesetzt gewesen seien. Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) habe inzwischen eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die die Vorkommnisse klären soll, heißt es.
Das Verteidigungsministerium dementiert den Bericht. "Dieses trifft nicht zu", sagte eine Sprecherin. Sie kündigte noch für den Vormittag eine Erklärung des Ministeriums an.
Das Verwaltungsgericht in Schleswig hatte im März der Klage des ehemaligen Radartechnikers Hans-Jürgen Runge, 60, stattgegeben, der seit 1993 darum gekämpft hatte, dass seine schweren Gesundheitsschäden als Dienstunfall anerkannt werden.