Raketenabwehr Passagierflugzeuge sollen Waffensysteme erhalten
Düsseldorf - Fast ein Jahr ist es her, dass im kenianischen Mombasa zwei Lenkwaffen auf eine Zivilmaschine der israelischen Fluglinie Akia abgeschossen wurden. Beide Raketen flogen an der Maschine vorbei - dennoch wirkte der Anschlag wie eine eindringliche Warnung.
Wie die "Financial Times Deutschland" nun unter Berufung auf nicht näher genannte Branchenkreise schreibt, hat eine andere israelische Fluggesellschaft als erste weltweit die Konsequenzen gezogen: Die El Al werde sämtliche Flugzeuge mit einer Raketenabwehr ausrüsten, so der Bericht. Andere Fluglinien könnten folgen - auch wenn zumindest die Lufthansa derzeit nach eigenen Angaben keine Pläne für eine Bewaffnung ihrer Maschinen hat.
Ein Tochterunternehmen des Rüstungskonzerns Rheinmetall bestätigte aber laut "FTD"-Bericht, dass Flugzeughersteller und Zulieferer sich auf dem Markt bereits nach geeigneten Abwehrwaffen-Lösungen umsehen. Bereits heute bieten Konzerne wie Diehl, BAe oder Northrop Grumman mögliche Systeme an. Denkbar sei es, Flugzeuge einfach mit Stanniolstreifen auszurüsten, mit Laser-Waffen - oder mit Hitzefackeln, die Infrarot gesteuerte Raketen ablenken.
Laut Bericht will das Heimatschutzministerium in den USA im Jahr 2004 60 Millionen Dollar investieren, um Prototypen für den Schutz von Ziviljets zu entwickeln. Die US-Beratungsgesellschaft Frost & Sullivan schätze in einer Studie, dass bis 2012 über ein Zehntel aller Zivilflugzeuge armiert sein wird. Das wären etwa 2000 Jets weltweit. Hier werde ein neuer Markt mit einem Gesamtvolumen von 3,3 Milliarden Dollar für die Rüstungsindustrie entstehen, zitiert die "FTD" die Studie.