Raketentreffer Versenkte Russland die "Kursk" selbst?
Moskau - Eine gemeinsame Ermittlungsgruppe der russischen Militärstaatsanwaltschaft und des Inlandsgeheimdienstes FSB soll Präsident Putin schon im August vorigen Jahres darüber unterrichtet haben, dass kurz vor dem Untergang des U-Bootes eine Rakete jenes Planquadrat traf, in dem sich die "Kursk" befand. Darauf weist ein Dokumente hin, das dem SPIEGEL vorliegt. Das Geschoss war demnach vom russischen Raketenkreuzer "Peter der Große" abgefeuert worden, einem Spezialschiff zur Bekämpfung von Unterwasserzielen. Auch hochrangige russische Marine-offiziere hatten kürzlich nach Sichtung der bislang geheimen Videobilder vom Wrack die Vermutung geäußert, die Nordmeerflotte selbst sei Schuld am Untergang der "Kursk" und am Tod der 118 Besatzungsmitglieder.
Ein zweites Dokument hat Präsident Putin am 10. September, also kurz vor der Hebung des Wracks per Unterschrift bestätigt. Darin bat die Ermittlungsgruppe des Geheimdienstes um Zustimmung, in diesen Tagen am Unglücksort in der Barentssee mit einer Reihe von Ex-perimenten zu beginnen um genau festzustellen, auf welche Weise die vom Kreuzer abgefeuerte Rakete den Liegeplatz der "Kursk" getroffen hat.