Raquel Welch wird 60 Ein Fellbikini machte sie weltberühmt
Frankfurt am Main - Im wilden Protestjahr 1967 zog sich Raquel Welch einen Fellbikini an, lief damit über die Leinwand und war endgültig das amerikanische Sexsymbol dieser Zeit. Während etliche ihres Geschlechts über Emanzipation und die klassenkämpferische Funktion des Orgasmus debattierten, zeigte die am 5. September 60 Jahre alt werdende Schönheit aus Chicago, was sie hatte, und das waren vor allem die Traummaße 93-59-89, das kastanienbraune Haar. die temperamentvollen Samtaugen und auch noch etwas Talent, ohne das auch die attraktivsten Frauen kein Star werden.
"Eine Million Jahre vor unserer Zeit" hieß das Steinzeit-Liebesdrama, in dem sich die Tochter eines bolivianischen Einwanderers so freizügig präsentierte. Der nächste Film hatte den Titel "Das älteste Gewerbe der Welt", und auch da konnte die ehemalige Abonnementssiegerin bei Schönheitswettbewerben ihr ganz besonderes Kapital gewinnbringend einsetzen. Die "meistfotografierte Frau des Jahres 1966" spielte eigentlich nie in einem Film mit, den vergessen zu haben einem Sorgen machen müsste. Aber letztlich kommt es für ein Sexsymbol darauf auch nicht besonders an. Dabei kann sie sogar passabel singen und hat auf den Bühnen des New Yorker Broadway durchaus zu gefallen gewusst.
Bereits in ganz jungen Jahren hatte Raquel Welch mit dem ersten ihrer bislang vier Ehemänner zwei Kinder bekommen, mit denen sie nach der Trennung allein nach Hollywood zog. Aber es reichte dort zuerst nur zu kleinen Rollen, bis sie 1963 den PR-Manager Patrick Curtis kennen lernte. Der erkannte, auf welche Goldader er gestoßen war, und machte sie mit geschickten Medienmanövern zu der, die sie wurde. Curtis wurde für vier Jahre auch ihr zweiter Mann. Diese Zeit von 1967 bis 1971 war die erfolgreichste in der Karriere von Welch. Sie kassierte Millionengagen, in keiner Unterkunft der US-Soldaten in Vietnam fehlte ihr Bild.
Aber nur Sexsymbol zu sein, reichte der Schauspielerin nicht mehr. Sie suchte nun auch künstlerische Herausforderungen, wirkte in einigen europäischen Produktionen mit, allerdings glücklos. Auch eine große Tournee als Sängerin und Tänzerin brachte kaum Erfolg. 1980 wurde ihr Vertrag bei der Filmgesellschaft MGM fristlos gekündigt, was das Ende ihrer Karriere auf der Leinwand bedeutete.
Darüber konnten sie sicherlich auch nicht die 5,3 Millionen Dollar trösten, die sie sich 1989 vor Gericht von MGM erstritt.
Verschiedene Comeback-Versuche in den letzten Jahren konnten Raquel Welch nicht wieder ins Rampenlicht zurückbringen. Aber sie wird als Bild und Idol einer historisch bewegten Zeitspanne in Erinnerung bleiben.