Flugzeug-Entführung: Der Fall Cooper
Raub in der Luft Neue Spur im Flugzeugspringer-Fall
Hamburg - Die Tat birgt genug Stoff für einen Hollywoodfilm: Im November 1971 steigt ein Mann unter dem Namen Dan Cooper in ein Flugzeug von Portland nach Seattle im US-Bundesstaat Washington. Er sitzt auf Platz 18 C, er trägt einen Aktenkoffer bei sich, er sagt, darin befinde sich eine Bombe.
Auf dem Flughafen Seattle erpresst er 200.000 Dollar Lösegeld und vier Fallschirme. Im Gegenzug lässt er alle Passagiere frei. Die Maschine hebt kurz darauf mit Cooper und einigen Besatzungsmitgliedern wieder ab - Richtung Mexiko. Irgendwo über dem Süden Washingtons springt Cooper mit dem Fallschirm ab, vermutlich über felsigem, unwirtlichem Gelände.
Das FBI hat seitdem nach eigenen Angaben Tausende Hinweise untersucht. Doch der Mann, der sich D. B. Cooper nannte, wurde nie gefasst. Ein Junge fand 1980 lediglich mehrere tausend Dollar in 20-Dollar-Noten am Columbia River - die Scheine stammten aus dem Lösegeld.
Nun ist eine neue Spur aufgetaucht. Die US-Bundespolizei geht einem Hinweis nach, demzufolge es sich bei Cooper um einen Mann handeln könnte, der seit zehn Jahren tot ist. Es sei ein "glaubwürdiger" Hinweis sagte Fred Gutt, Special Agent des FBI in Seattle. Der Name des Verdächtigen sei im Zuge der Ermittlungen bisher nicht aufgetaucht.
Der jetzige Hinweis stammt laut Gutt von einem früheren Polizeibeamten. Dieser kennt einen Zeugen, der vor langer Zeit mit dem Verdächtigen zu tun gehabt haben soll. Nach dem Tod des Mannes sei der Zeuge eher bereit gewesen, einige Geheimnisse auszuplaudern, sagte Gutt der "New York Times" .
Der Mann starb nach Angaben der Bundespolizei eines natürlichen Todes. Die Ermittler suchen nun nach Fingerabdrücken und DNA, um sie mit Spuren abzugleichen, die Cooper hinterlassen hatte: Auf einer Krawatte des Flugzeugentführers konnten die Ermittler eine DNA-Spur sicherstellen.